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kann man sich leicht überzeugen, wenn man einen kalten Gegen-stand in wärmere Luft bringt, denn man sieht alsdann denvorher unsichtbaren Wassergehalt der Luft in tropfbar flüssigerGestalt auf der Oberfläche des kalten Gegenstandes sich Nieder-schlagen. Dieser Wassergehalt der Luft rührt her von derVerdampfung des vielen freien Wassers, welches sich überallfindet und von dem Wasserdampfe, welchen pflanzliche undthierische Organismen beständig an die äußere Luft, abgeben. —Im allgemeinen kann wärmere Luft mehr Wasserdampf in sichauflösen als kältere Luft; aber diese letztere ist darum doch imstände eine nicht unbeträchtliche Menge von Wasser in sich auf-zunehmen, wenn ihr solches z. B. bei Regenwetter geboten wird.— Wasser ist aber ein besserer Wärmeleiter als Luft undentzieht deshalb bei der Berührung mit der Haut dem Körperin energischerer Weise seine Eigenwärme; daher erscheint unskaltes Wasser kälter als Luft von der gleichen Temperatur. —Dagegen erscheint uns warmes oder laues Wasser wärmer, alsLuft von gleicher Temperatur, weil es die abkühlende Ver-dampfung an der Hantoberfläche hemmt. Eine mit Wasserdampfgesättigte, kältere oder kühlere Luft berührt uns deswegenempfindlicher, als es nach dem Stande des Thermometers zuerwarten ist, und wir nennen sie „rauh". In gleicher Weiseläßt uns auch eine mit Wasserdämpfen gesättigte Luft die äußereWärme unangenehmer empfinden, als möglichst trockene Luft vongleichem Thermometergrade, und wir nennen sie „schwül". FeuchteLuft beschränkt deswegen das Gebiet der zuträglichen äußerenTemperatur an seinen beiden Enden und verkleinert deswegendessen Umfang je nach Umständen in höherem oder geringeremMaße.
Trotz der unter allen Verhältnissen sehr engen Grenzender dem Gedeihen des Organismus angemessenen Lufttemperatursehen wir doch, daß sowohl unter der versengenden Gluth des
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