II
Aequators wie in den eisstarrenden Zonen der PolarländerSäugethiere und Vögel sich kräftigen Lebens und fröhlichenGedeihens erfreuen und dabei stets, wie Untersuchungen bestätigthaben, eine gleichmäßige normale Eigenwärme behaupten; —und nicht minder müssen wir uns davon überzeugen, daß auchder Mensch unter diesen beiden so extrem einander gegenüber-stehenden klimatischen Verhältnissen lebt, gedeiht und sich heimischgemacht hat. — Hieraus ist aber zu erschließen, daß die Warm-blüter in sich selbst die Möglichkeit finden, der zu starkenEinwirkung extremer Lufttemperaturen zu widerstehen; und inWirklichkeit zeigt es sich auch, daß ihnen hierfür mancherleiHülfsmittel zu Gebote stehen.
Das einfachste Hülfsmittel ist für Menschen und Thierein dem Vermögen der Ortsbewegung gegeben, wodurch sie inden Stand gesetzt sind, solche Oertlichkeiten aufzusuchen, in welchensie den nachtheiligen Einflüssen weniger ansgesetzt sind. Gegenzu niedrige Temperatur werden windgeschützte und gedeckte Orteausgesucht, wie Höhlen oder Gebüsche oder auch zum Verkriechengeeignete Haufen von Laub oder anderen vegetabilischen Abfällen.Gegen zu hohe Temperaturen aber werden schattige und zugigeOrte gewählt; und auch wohl durch kalte Bäder eine allerdingsnur vorübergehende allgemeine stärkere Abkühlung erzielt. DemMenschen ist es außerdem noch vergönnt, daß er in geschlossenenRäumen ans künstlichem Wege angemessene Temperaturen zuerzeugen und zu genießen im stände ist und daß er auch schon seineWohnstätten so einzurichten vermag, daß sie ihm Schutz gegendie Angriffe des Klinias gewähren. Der Eskimo wohnt inkünstlichen Erdhöhlen und der Neger in Hütten aus Holzstübenund Palmblättern.
Ein zweites sehr wirksames Mittel besteht darin, daß dieMöglichkeit des gegenseitigen Einflusses der inneren und deräußeren Temperatur beschränkt oder auch möglichst gehemmt