Berühmt war im Norden der Neptunsbrunnen zu Kron-borg, dem Doppelmayr in „Historische Nachricht von nürn-bergischen Mathematicis und Künstlern" durch Beschreibungund Abbildung — das Kunstwerk erlag trotz seinen zweihundertZentnern Erzes den Stürmen der Zeit — ein Erinnerungsmalassra parkunirw gesetzt hat?^
War das Hauptgebäude der Burg nur ein Haus, sobildete das oberste Stockwerk meistens einen einzigen Saal mitfreier Aussicht nach allen Seiten; bestand das Gebäude ausvier Flügeln, so nahm der Rittersaal wenigstens den höchst-gelegenen Wohnraum des ganzen Hanptflügels ein. Selbstunter diesen letzten mehr beschränkten Verhältnissen konnte derRittersaal eine bedeutende Flächengröße erreichen. Auf Rygaard(Fünen) betrug sein Umfang nicht weniger als zwölf EllenBreite und dreiunddreißig Ellen Länge. Jedoch war dieserUmfang für gar nichts zu rechnen im Vergleich mit den Räumen,welche die königlichen Schlösser aufweisen konnten. In demKopenhagens Schlosse war der Rittersaal nicht weniger alsvierzig Ellen breit und sechsundachtzig Ellen lang. Auf Kron-borg war es etwas schmäler, dafür aber erheblich länger.
In der Regel war der Eingang zum Rittersaale von derWendeltreppe des Thurmes aus, welche an der Seite desselbenmündete. Seltener führte die Treppe in die Mitte des Fuß-bodens hinauf. Die Ausstattung des Rittersaales war vonderjenigen der anderen Stuben merklich verschieden. Hier standkein Himmelbett, keine wohlverschlossene Kiste, sondern eineReihe Kanonen lag da nnd starrte zu den Fenstern hinaus,bestäubt und die Mündungen mit Spinngeweben überzogen.Längs der Wand standen gewöhnlich Tischplatten und Böcke,welche hier auf die Seite gestellt waren; und unter der Deckehingen ein paar Kerzenkränze mit niedergebrannten Lichtstumpfenvom letzten Feste her.