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Sprachhus (Abtritt) führte eine schmale Flur von der Laube;es befand sich über dem zwischen den Rückseiten zweier Häuser-reihen hinlaufenden Graben (Kloake) und entbehrte nicht einesVorraths von „Mies" (Moos) oder dürrem Gras, später von„Schrentzbappyr".
Wir steigen in den zweiten Stock und gelangen zunächstauf die obere Laube. Die Gemächer, deren Thürcn auf diesemündeten, bestanden in etlichen Häusern aus einem Saal odereiner „oberen Stube", meistens aber nur aus Kammern. DerSaal hatte nichts aufzuweisen, als geweißte Wände und geweißteDecke. Dessenungeachtet wurden innerhalb desselben alle frohenund traurigen Ereignisse des Hauses begangen, das „Taufimahl"eines jüngstgeborenen Erdenbürgers, das „Hochsigessen" (Hochzeits-essen) glücklicher Neuvermählter, die festliche Feier erlangterEhren und Aemter des Hausherren, gleichwie das ernste „Lichen-mahl" (Leichenschmaus) nach dem Begräbnisse lieber Familien-glieder.
Größeren Schmuck verwandte man auf die „obere Stube".Wir erinnern an diejenige im alten Seidenhof, welche in dasGewerbemuseum zu Zürich versetzt worden ist?
Das Gegenstück zu jener ist in Basel ein herrlich ein-gerichtetes Wohnzimmer, welches, da es in der „mittelalterlichenSammlung" dieser Stadt aufgestellt wurde, Jedwedem zu schauengestattet ist. Eine Abbildung desselben enthält das „BaslerNeujahrsblatt 1880". Es zeigt uns, wie sehr man bei allerEinfachheit des Aeußeren in reichen Häusern bestrebt war, alsEntschädigung die Jnnenräume so schön als möglich zu gestalten,und gereicht so dem Besteller und dem Künstler zu hoher Ehre,denn wir haben es hier mit einer ganz ausgezeichneten Schöpfungdes Kunsthandwerkes zu thun. Der konsequente und klar durch-dachte Aufbau des Ganzen, verbunden mit einem ebenso meister-haften Detail, spricht dafür, daß nur ein ganz geübter Künstler
(M0)