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Adolf Bastian
Entstehung
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Bestimmung ausfüllenden Aufgabe lockt leicht die Verführung,im Sturmesangriff zu nehmen, was nur nach langsamer, um-ständlicher und beschwerlicher Arbeit methodischen Forfchens amEndziel derselben mit der Siegespalme lohnen kann und lohnenwird. So wird die Ursprungsfrage vorangestellt und dadurch inalle Systeme der Spekulation ihr proton p86uäos eingeführt, daunendliche Reihen zu äffen haben" (Zur Lehre der geographischenProvinzen S. 57.). Immer und überall zeigt sich uns die wahreWissenschaft, soweit ihr spähender Blick auch in die Vorgeschichteunseres Geschlechtes Vordringen mag, statt der Phantasmen voneinem singulären sprachlosen Urmenschen die unzweideutige That-sache einer, wenn auch noch so dürftigen sozialen Existenz, in welcheralle Entwickelungsprodukte geistigen Schaffens keimartig beschlossensind. Ueber diese klare Grenze menschlicher Forschung in das Meerder Träume und subjektiven Ansichten sich hinauszuwagen, muß wiegesagt, die auf ihre strenge Empirie stolze, moderne Naturwissen-schaft verschmähen.

Ebenso bedarf nach einer andern Seite das Prinzip derEthnologie, wie wir es soeben gekennzeichnet haben, einer kurzenErläuterung, weil gerade hier noch immer die seltsamsten Miß-verständnisse entstehen, die das Verständniß und die Würdigungunserer Wissenschaft im hohen Maße beeinträchtigen, — das istihre ausgesprochene Gleichgültigkeit gegen die für die historischeAuffassung so bedeutungsvolle Chronologie. Unsere bisherigeWeltgeschichte (die freilich genau genommen diesen prunkvollenTitel kaum verdient) begann meist mit der uralten, fast ausdem Nichts emportauchenden ägyptischen Kultur; auch hiersuchte die Forschung, so schwer ihr das manchmal wurde, nachmöglichst genauer zeitlicher Abgrenzung. Die Ethnologie da-gegen als Entwickelungsgeschichte des ganzen Menschengeschlechtsund zunächst auf die bislang so verkannten Vorstufen der Ci-vilisation bei den primären Gesittungsformen der Naturvölker

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