^)ie Geburtsstunde der modernen Völkerkunde fällt in dieZeit des mächtigsten Wachsthums der Naturwissenschaften, -wiees etwa die Mitte unseres Jahrhunderts charakterisirt. Manvergegenwärtige sich einen Augenblick die verschiedenen kultur-historischen Faktoren, um die Entstehung der neuen Welt-anschauung richtig zu würdigen. Die Allweisheit der HegelschenPhilosophie, sowohl vermöge des unversöhnlichen Hasses ihresingrimmigen Gegners Schopenhauer, als ganz besonders durchdie ertödtende Gleichgültigkeit, welche das große Publikum ihrendialektischen Kunststücken entgegenbrachte, hatte endgültig ab-gewirthschastet, der totale Bankerott stand bevor oder wurdenur mühsam durch geschickte Scheinoperatiouen (Einlenken inein neues Fahrwasser, Annäherung an die empirischen Dis-ziplinen u. s. w.) verdeckt, die Weltweisheit selbst in eine Menge vonFraktionen, Parteien zersplittert, ihres systematischen, epoche-machenden Einflusses völlig beraubt, — sie, vordem die Königin derWissenschaften, jetzt zur armseligen Bettlerin herabgesunken,der nur aus reiner Gnade hin und wieder ein mitleidiger Blickzu theil wird. Auf der anderen Seite, stolz im Vollgefühlder errungenen Siege und frohen Muthes ob der verlockendwinkenden Zukunft, die triumphirende Gegnerin, die so langeunter der harten Knechtschaft unverdient hatte schmachten müssen,um nun dem ganzen Zeitalter den unverlöschlichen Stempelihres Geistes aufzudrücken. Sehen wir hier von der siegreich
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