Druckschrift 
Adolf Bastian
Entstehung
Seite
18
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anschaulich schildert: „Als mit Beginn ernstlicher Forschung in derEthnologie das darin angesammelte Material sich zu mehrenbegann, als es wuchs und wuchs, wurde die Aufmerksamkeitbald gefesselt durch die Gleichartigkeit und Uebereinstimmungder Vorstellungen, wie sie aus den verschiedensten Gegendensich miteinander deckten, unter ihren lokalen Variationen.Früher war man durch solche manchmal bei oberflächlicherBeobachtung getäuscht worden, mit näherem Eindringen ließ sichbald jedoch die nur lokal bedingte Färbung von dem überallgleichartigen darunter waltenden Gesetz scheiden. Anfangs warman noch geneigt, wenn frappirt, vom Zufall zu sprechen, aberein stets wiederholter Zufall negirt sich selbst. Dann wunderteman sich über die wunderbaren Koincidenzen, und bald warwie immer „der geheime Bautrieb" bereit seine Hypothesenaufzustellen, in Uebertragungen und Künsteleien monströse Völker-beziehungen schützend. Dies war der gefährlichste Feind fürden gesunden Fortschritt der Ethnologie, besonders auf dem soschlüpfrigen Gebiete, wie das psychische. . . . Jetzt infolge dessich theilweise erschöpfenden Materials haben leitende Gesetzesich von selbst zusammengeschlossen und dürfen so, als nichtmit subjektiver Absicht, sondern rein objektiv gewonnen, aufnaturgemäße Begründung Anspruch machen. Von allen Seiten,aus allen Kontinenten tritt uns unter gleichartigen Bedingungenein gleichartiger Menschengedanke entgegen, mit eiserner Nolh-wendigkeit. . . . Allerdings ist unter klimatischen (oder lokalen)Variationen anders die Tanne des Nordens, anders die Palmeder Tropen; aber in beiden schafft ein gleiches Wachsthums-gesetz, das sich für das pflanzliche Ganze auf wissenschaftlicheNormen zurückführen läßt. Und so finden wir den Griechenunter seinem heiteren Himmel von einer anderen Götterweltgeistiger Schöpfungen umgeben, als den Skandinavier annebeliger Küste, anders die Mythologie des Inders in wunder-