8
die ins Grandiose geht,* so daß Bastians Schriften an und fürsich schon eine ganz stattliche Bibliothek füllen können, jedenfallsfür spätere Generationen, noch für lange Zeit hinaus, un-erschöpfliche Quellen, — Fundgruben für die mannigfaltigen Unter-suchungen, welche die moderne Völkerkunde für jedes Nachdenkenanregt.
Als der junge Forscher auf einem Segelboot nach Sydneyfuhr, um seine Pilgerfahrten über den Globus als bescheidenerSchiffsarzt zu beginnen, zog er einer ungewissen Zukunft entgegen;ohne Rückhalt an den älteren, wohl accreditirten Wissenschaften, jawohl öfter in offenem Zwiespalt mit ihnen, war er sich doch seinerAufgabe, seines Zieles — wenigstens in großen Zügen — völligklar bewußt, und diese Gewißheit flößte ihm die innere Zuversichtund Freudigkeit ein, ohne die schließlich kein großes Werk ge-lingen kann. Wir können uns hierbei .auf das authentischeZeugniß unseres Reisenden selbst beziehen, mit dem er anschaulichund ohne Bedenken seine eigene Stimmung uns schildert: „Fernvon Europa, und lange Zeit beschränkt im sprachlichen Verkehr,keimten die hier niedergelegten Ideen (es handelt sich um dasfrüher erwähnte Sammelwerk: der Mensch in der Geschichte) unterAnschauung der mannichfaltigen Verhältnisse, in welchen dieVölker ans dem Erdbälle zusammen leben. In der Stille derWüsten, auf einsamen Bergen, in Zügen über weite Meere, inder erhabenen Natur des Südens reiften sie im Laufe derJahre empor und schlossen sich zusammen in ein harmonischesBild. Wohlbekannt mit den verschiedenen Zweigen der Litteratur,habe ich mich zunächst bemüht, die in den Schulen aufgenom-menen Dogmen möglichst auf der Tafel des Gedächtnisses zuverwischen. Erst wenn das ans einer rein objektiven und, so
* Am Schluß werden wir ein Verzeichniß der Werke aufstellen, wobeidie zahlreichen in den verschiedensten Zeitschriften verstreuten Abhandlungengar nicht einmal mit erwähnt sind.
(270)