gewesen sein. Der heutige architektonische Charakter der Stadtläßt nur lückenhaft die damalige Pracht erkennen. Als Michelde Montaigne 1580 die Stadt besuchte, waren die imposantenBauten des Elias Holl noch nicht vorhanden; dennoch erklärter Augsburg für die schönste Stadt Deutschlands. Die breiteAnlage und die Sauberkeit der Straßen, die vielen prächtigenSpringbrunnen fallen ihm auf, obwohl die jetzt vorhandenenSpringbrunnen damals noch nicht standen. Die Häuser seienweit größer, höher und schöner als in irgend einer StadtFrankreichs. Der Palast der Fugger sei ganz mit Kupfergedeckt und habe zwei Säle, der eine groß, hoch, mit Marmor-fnßboden, der andere niedriger, reich an antiken und modernenMedaillen. Es seien die reichsten Gemächer, die er je gesehen.Auch den Garten mit feinen Sommerpavillons und Vogel-häusern, seinen Springbrunnen und Vexirwassern rühmt erhöchlich.
Ebenso reich und glänzend entfalteten sich die nicht an dieNaturverhältnisse des Bodens gebundenen Künste. Den höchstenRuhm erlangte das Augsburg der Renaissance durch eine Reihegroßer, in seinen Mauern geborner Maler. Schon im 15. Jahr-hundert hatte die Malerei einen bedeutsamen Aufschwung ge-nommen, ohne daß sich jedoch aus dieser Periode ansehnlichereDenkmale erhalten haben; nur die zahlreich auftretenden Künstler-namen, sowie die Aufzählung ihrer Leistungen in den Bau-rechnungen der Stadt und in dem Malerzunftbuch lassen aufeine hohe Blüthe der Malerei schließen. Kein AugsburgerKünstlername aber hat einen helleren Klang, als der derHolbein. Es war im Spätherbst des Jahres 1448, als derGroßvater Michael Holbein von dem benachbarten Dorfe Schöne-seld nach Augsburg hereinzog und hier bis zum Jahre 1488als Gerber ein kümmerliches Brot verdiente. Aus seiner Ehemit Anna Holbein entsprossen drei Töchter, von denen die