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schaffenden Künste zu neuem reichen Leben. Der dem schwäbischenVolksstamm eigenthümliche Kunstsinn, der durch den lebhaftenHandelsverkehr nach den bedeutendsten Kunststätten Italiens immerwieder neue Anregung gewann, hatte schon im 14. Jahrhundertein reges Kunstleben wachgerufen, das allerdings mehr demKunsthandwerk als der eigentlichen Kunst zu gute gekommenwar. Was sich an monumentalen Werken aus der gothischenPeriode erhalten hatte, konnte sich kaum mit denjenigen andererStädte messen. Augsburg hatte daher am Ausgang des Mittel-alters in monumentalem künstlerischen Schmuck einiges nachzu-holen. In einer bruchsteinlosen Gegend gelegen, war es mitseinen Bauten hinter anderen Städten zurückgeblieben, und erst1385 wurde das Rathhaus aus einem Holzbau in einen ziemlichunbedeutenden Steinbau verwandelt. Der Schwerpunkt derKunstgeschichte Augsburgs ruht in der Uebergangsperiode vomMittelalter zur neueren Zeit. Je weiter es in das 15. Jahr-hundert hinein und in das 16. Jahrhundert hinübergeht, destomehr tritt alles, was sonst Hauptinhalt der Chroniken bildete,gegen die Nachrichten über öffentliche Bauunternehmungen inden Hintergrund. Viel wird besonders für gottesdienstlicheZwecke gebaut, mit der Bürgerschaft Handreichung und Steuer.Der Dom, St. Moriz und andere Kirchen werden erweitertoder in einzelnen Theilen bereichert, andere Kirchen und Klöster,wie die zu St. Katharina.und St. Anna, das Dominikaner-kloster, die Kreuzkirche, werden ganz neu gebaut, es beginnendie großartigen Arbeiten an St. Ulrich, namentlich der Neubaudes Chores, zu dem Kaiser Max selbst den Grundstein legt,und 1512 wird von den Fuggern ihre kostbare Begräbnißkapellevon St. Anna errichtet, das erste Denkmal modernen Stiles.Aber nicht bloß in kirchlichem, auch in bürgerlichem Interessewird gebaut. Der Perlachthurm wird 1437 mit einem Bleidachund mit Wandmalereien geziert; 1450 endigt ein prächtiger
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