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Eine deutsche Stadt im Zeitalter des Humanismus und der Renaissance
Entstehung
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Neben dem Amte eines Rektors und Lehrers verwalteteWolf mit gleicher Treue und Umsicht das Stadtbibliothekariat.Wie das Gymnasium, so verdankt auch die Bibliothek ihreGründung der Reformation. Als durch die Verbreitung der-selben die hiesigen Klöster von ihren Bewohnern verlassenworden waren, ließ der Magistrat aus ihren Bibliotheken diebesseren Werke aussuchen und zu einer neuen städtischen Bücher-sammlung vorerst in dem Dominikanerkloster zusammenstellen.Die Besorgung der Bibliothekgeschäfte wurde dem jeweiligenRektor von St. Anna übertragen und zugleich ein jährlicherBeitrag von 50 fl. aus dem städtischen Aerar zur Dispositiongestellt, um damit neue Werke auf der Frankfurter Messe anzu-kaufen. Den ersten kostbaren Zuwachs erhielt die Bibliothekdurch die Erwerbung einer großen Sammlung griechischer Hand-schriften, welche die Stadt durch ihren Geschäftsträger bei derRepublik Venedig, Philipp Walter, von dem vertriebenen Bischofvon Korcyra, Antonius Eparchus, um 800 Dukaten ankaufenließ. Alle diese Handschriften samt vielen anderen später erwor-benen litterarischen Schätzen, welche der Augsburger Bibliothekeinen ausgezeichneten Ruf erworben hatten und ihre schönsteZierde gewesen waren, wanderten im Jahre 1806 nach München,da man dort der Meinung war, daß in Augsburg nur eineBüchersammlung für Geschäftsmänner, nicht aber für Liebhaberder Wissenschaft nöthig sei. Durch vielfache Ankäufe undSchenkungen waren die im Dominikanerkloster angewiesenenRäumlichkeiten allmählich zu eng geworden: der Magistraträumte daher im Jahre 1562 der Stadtbibliothek das jetzigeim St. Annahof gelegene Gebäude ein, das bis dahin demBischof Anton von Arras, dem Sohne des Kardinals Granvella,als Ballhaus gedient hatte.

Derselbe Geist, welcher die Blüthe humanistischer Bildungin Augsburg erzeugt hatte, weckte auch um dieselbe Zeit die