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den Römern wie allen Italienern eigenen Freude an Spottund Schimpf zu fröhnen, theils um den Triumphator zu er-innern, daß auch er ein Mensch sei und nicht übermüthig werdensolle, besonders aber weil sie häufig mit Recht oder Unrechtmeinten, von dem Anführer bei Vertheilnng der Beute verkürztoder sonst schlecht behandelt zu sein.
Diese uralte Sitte blieb bis in die Kaiserzeit. Aus demersten Jahrhundert v. Chr. sind uns mehrere Spottlieder dieserArt erhalten, die an Schärfe nichts zu wünschen lassen. Siekönnen als Beispiel für die älteren, verlorenen dienen.
Bei einem Triumph Cäsars sangen die Soldaten:
„Bürger, wahret eure Frauen; wir bringen einen kahlenWüstling. In Gallien hast du das Geld verhurt; hier hastdu es auf Borg genommen." — Bekanntlich hatte Cäsar früh-zeitig sein Haar verloren. — Auch behaupteten seine Feinde,daß er nur, um seinen Gläubigern zu entgehen, die EroberungGalliens unternommen habe.
Von anderen militärischen Liedern ist nichts bekannt, ob-wohl solche unmöglich gefehlt haben können.
Auch sonst liebten die Römer seit ältester Zeit ihrem Grollgegen hochgestellte Männer durch Gassenhauer Luft zu machen,die, wie das Beispiel Pompejis und Hercnlanums zeigt, mitflüchtigem Griffel oder auch Pinsel an die Mauern der Häusergeschrieben wurden und so ihre Runde "durch die Bürgerschaftmachten. — Wir haben noch eine Menge solcher Pasquille,freilich meist aus der Kaiserzeit, wo die Beschränkung derRedefreiheit viele anonyme oder pseudonyme Publikationen her-vorrief. — Noch im vierten Jahrhundert n. Chr. versiegte denRömern nicht der Witz. Als Constantia der Große seinen SohnCrispus, später seine Gattin Fausta hatte hinrichten lassen,schrieb ein vornehmer Mann, Ablavius, an die Thür des kaiser-lichen Palastes:
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