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schneidet jeden Tagkreis zweymal senkrecht, einmal an sei-ner höchsten, das anheremal an seiner niedrigsten Stelle,z. B. in kl und bl, in k und K, so daß sich bcyde Durch.schnirkSpunkte im Tagkreise selbst gegenüber stehen. Da-her geht jeder Stern täglich zweymal durch den Mittags-kreis; beyde Durchgänge aber sind nur alsdann sichtbar,wenn der ganze Tagkreis über den Horizont fällt.
Man kan die Tagkreise, wie alle Kreise, in Grade,Mimnen, Secunden rc. theilen. Weil sie aber kleinereKreise der Sphäre sind, so sind auch ihre Grade kleiner, alsdie Grade der grösten Kreise, oder des Aequators. Esfällt in die Augen, daß hiebey eben das Verhälmiß stattfindet, welches (Th.HI. S. 408,) für die Parallelkreise derErdkugel angegeben ist, nur daß am Himmel das Abwei-chung heißt, was man auf der Erdkugel Breite nennt,nemlich der Abstand vom Aequator rkb-l ^ s)Xs Mit-hin ist
Grad des Tagkreises — Grad des Aequ. X cos. Abweich.Für einen Scern von 60° Abweichung ist ein Grad fei-nes Tagkreises nur halb so groß, als ein Grad desAequators.
Nun' durchläuft jeder Stern feinen ganzen Tagkreis in24 Stunden, mithin jede i;° desselben in i Stunde, jedenGrad in 4 Min., jede Minute in 4 Secunden Steinzeit.Nach dem angegebenen Verhältniße bringt man diese Gra-de u. s. w. auf Grade gröster Kreise, wenn man ihre An-zahl durch den Cosinus der Abweichung des Sterns mul«tiplicirt. So kan man sich der täglichen Bewegung be-dienen, um kleine Größen am Himmel durch die Zeitabzumefscn-
Man findet z. B., daß ein Stern, der 60° Abwei- .chung hat, 4 Min. Zeit braucht, um den Durchmesser desGesichtsfeldes in einem unbewegt stehenden Fernrohre zudurchlaufen. In 4 Min. Zeit durchläuft dieser Stern ei-nen Grad seines Tagkreiseö, welches mit cos 60^-^multiplicirk, einen halben Grad oder zo' eines grösten Krei-ses giebt. Daher ist der Durchmesser des Gesichtsfelds indiesem Fernrohre - zo'. Durch dieses Mittel bestimmt