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4 (1791) Von See bis Z : mit sechs Kupfertafeln
Entstehung
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Man hat aber alle diese gekünstelten Erklärungen nichtnöthig, wenn man überlegt, wie es nut der Erlernung desSehens zugehe.' Ursprünglich mag in uns wegen des dop-pelten Bildes eine doppelte Empfindung entstanden seyn;allmählich aber fanden wir, daß, wenn zwo übereinstim-mende Punkte der Netzhäute in beyden Augen gerührtwurden, der Gegenstand nur einfach vorhanden war. Da-durch ward es uns zur Fertigkeit, von dem so gesehenenDinge beym ordentlichen Gebrauche der Augen, als von ei-nem einzelnen, zu urtheilen. So. haben sich gewisse be-stimmte Stellen oder Nervenspitzen in den Netzhäuten bey-der Augen gleichsam, aneinander gewöhnt, und man siehtnur einfach, wenn die beyden Bilder auf solche Stellen fallen.Fallen aber die Bilder einer Sache auf verschiedene nichtzusammengewöhnte Stellen, so steht man wirklich doppelt,s., Horopter,

Nach dieser sehr einfachen Erklärung ist es mit demGesicht,, wie mit dem Gefühl. Wir fühlen auch jedeSache nur einfach, mit zwo Händen, oder zweenFin-gern, wenn wir nicht die gewöhnliche Lage der Finger ver-ändern. So hält man z, B. eine Kugel, die man zwischenzwey kreuzweis übereinander gelegte Finger fasset, für zwey,weil die entgegengesetzten Seiten dieser Finger nie sind ge-braucht werden, zugleich eine Sache, sondern nur zwo zufühlen; welches gutgewählte Gleichnis schon Descarres(Oioptrjce Lsp. Vl. §. ,8.) anführt. Eben so erklärt sich,warum wir mit zwey Ohren nicht doppelt hören, u. s. w.Eheselden führt in seiner Anatoryie das Beyspies einesMannes an, dem ein Schlag auf den Kopf das eine Augeverdrückte, und der im»Anfang alles doppelt sähe, bis ihmnach und nach zuerst die gewöhnlichen, und endlich alle Ge-genstände wieder einfach schienen, ohne daß das Auge diegehörige Lage wieder erhielt. Einen ähnlichen Fall erzähltSmith (Lehrbegrif der Opt. der Uebers S. Z97-) Diessind starke Beweise dafür, daß das Einfachsehen so, wie al-les Sehen, von Gewohnheit abhängt, porrerfield willzwar der Gewohnheit nichts einräumen, nnd D. Neid(lnguir^ imo tbe humsu miuä p. 257.) hält die Ueberein»