fetzte aber die Breite desselben grösser, als die Lange, wel-chen Fehler Dleanus in feiner moskowitischen und persi-schen Reisebeschreibung zuerst angemerkt hak. Herodorbeschreibt das kaspistl)e Meer als einenSee, Stra'oo aberlast es mit dem nördlichen Weltmeere Zusammenhängen.Man hat durch das ganze vorige Jahrhundert über die Ge-statt und Beschaffenheit dieses Meeres gestritten. Peterder Große ließ es 1718 zuerst genau untersuchen, worausdie erste richtige Karte desselben (iVlsm. äs 1 '^caä. äs ks-ris 1721. x. Z2o) entstand, welche von allen vorigen weitabweicht. Es fallen in dasselbe sehr ansehnliche Flüsse, vonwelchen die liVolga allein, nach einem ohngefähren Ueber-schlage, in jeder Minute r; Millionen, oder täglich 21600Millionen Cubikfuß Wasser hineinbringt. Rechnet manden Zufluß durch den Iaik, die Zemba u. s. w. Regenund Schnee mit eingeschlossen, nur doppelt so groß, so müs-sen täglich wenigstens 648222 Millionen Cubikfuß Wasserin diesen See fallen, an dem man jedoch weder einen Ab-fluß, noch ein Zunehmen seiner Höhe bemerkt.
Um nun zu erklären, wo diese große Menge Wasserbleibe, haben einige eine unterirdische Verbindung der ka-spischen See mit dem schwarzen Meere oder mit dem per-sischen Meerbusen angenommen. Nircher (^luuäus lub-terrsn. I'o. I. ^ 8z. fgg.) führt aus einem persianisthenSchriftsteller an, daß das schwarze Meer unruhig werde,wenn der Ostwind auf der kaspischen See stürme, dagegendiese letztere Wellen werfe, wenn das schwarze Meer durchden Westwind bewegt werde; ingleichcn, daß man an denUfern des schwarzen Meeres Auswürfe von Seegräsern,Bäumen und Schlangen sinke, die man sonst nur im kaspi-schen Meere antreffe. Dagegen erzählt der Jesuit PhilippApril (Vo^sAs en äiverz stak« ä'Hurope et ä'^sts, arir 169z. 12. f. Lruä. lbips kcbr. 1694. x. 6z.), daßman zur Herbstzeit im persischen Meerbusen sehr häufigWeidenlaub finde, obgleich die Weide im mittäglichen Per-sien ganz unbekannt sey, und nur um die Ufer des kaspischenSees wachse; auch daß es bey Kilan (dem Hyrcanien derAlten) zween ungeheure Schlünde oder Strudel gebe, durch