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2 (1891)
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sinn loZirt zu sein. E. L. machen mich gar zu stoltz, meinen stiehl imschreiben so zu loben; solle sich nach Herr I-eibuitr aber in der that waßwohlgeschriebnes drin finden, so muß es eine Inspiration von E. L. gnädigeschreiben sseinj, welche ich allezeit offt undt fleißig überleße. . .

483. Vorsaillo den 29. Oooainber 1701.

... Ich bin gewiß, daß E. L. nicht so viel ronsollsn*) haben, alßich; mir kompts, daß ich so ofst nndt manche fahre bin aufs der jagt vonder sonnen verbrent worden; aber ich frage gantz undt gar nichts darnach,bin nie schön geweßen, habe also nicht viel verlohren, nndt ich sehe, daß die,so ich vor dießem so schön gesehen habe, jetzt eben so heßlich sein, alß ich:muck, cko la, Vallioro^) kan kein seelenmensch mehr kenen, muck. cko Llootespanhhatt ihre gantze hautt alß wenn die kinder künsten mitt pupir machen undtcs klein zusammen legen, denn ihr gantz gesicht ist gantz voller kleinen run-tzellen ahn einander, daß es zu verwundern ist; ihre schöne haar seindt schnee-weiß undt das gantze gesicht ist roht, also gar nicht schön mehr, ich bin alsogantz getrost, nie gehabt zu haben, was doch so geschwindt vergeht. E. L.haben schönheitten, so nie vergehen, nehmblich Dero großer verstaubt undtvivuoitot, Dero gonorositot undt gütte, Dero beständigkeit vor diejenigen, sosie einmahl gnädig geweßen; auch macht dießes, daß man sich dermaßenahn E. L. uttuobirt, daß man E. L. biß ahn sein endt gantz leibeygen er-geben bleibt. Mich belicht, es ist viel lustiger, in die lutorische, alß in diefrantzösch rotormirto kirch zu gehen, denn die lutlmnsollo lieber seindt ahn-genehmer zu singen, alß Narot^) seine psulman in alt frantzösch, welches inmeinem sinn jetzt riäioullo ist zu hören. . .

484. Vorsaills den 1. lanuari 1702.

Das erste wort, so ich in dießem fahr schreiben will, soll gar gewißnur sein, E. L. ein glücksecliges, friedt- undt freudenreiches neues jahr zuwünschen, sambt vollkommener gesundtheit, undt in einem wordt alles wasE. L. selber wünschen undt begehren mögen. Ich habe diß jahr gar glücklichahngefangen, Gott weiß, wie ich es enden mag; denn sobaldt ich auß der

') --- Runzeln. ") Vgl. I, S. 182 , N. 2. Vgl. I, S. 12, N. 2. tz ClämentMarot, sranzös. Dichter, geb. 1495; seine Psalmen-Uebersetzung ward von der Sorbonne fürketzerisch erklärt; er floh nach Genf, von da nach Turin, wo er 1544 starb. Seine 50 Psalmen,von Goudimel in Musik gesetzt, gingen fast sämmtlich in die Gesangbücher der Calvinistenüber. Am 19. Apr. 1711 schreibt Elis. Charl. an die Raugr. Lpuise (Bibl. d. lit. B. inStuttgart 107, S. 245):Zu üszMstbsrg ging ich bitter ungern in die srantzosche kirch,denn cs deuchte mir gantz etwas; anderst sein, alß die teütschen; der stiel von Karat kammir mehr bouSon alß äsvot vor". Marots Stil, der mit Vorliebe die veraltete Spracheder mittelalterl. Volksdichter anwandte, bildet alsst^ls marotigus" ein besonderes Genre.