Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
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Vorsaillo den 12. ckuni 1701.

Nun ich von meinem ersten schrecken ein wenig ersetzet bin, kan ichnirgendts beßer trost in meinem Unglück suchen, alß bey E. L., welche seinwas mir in der Welt ahm liebsten ist. Ich will also mein hertzlieb matauto alles verzehlen. Vergangen Mittwoch morgendts war Monsiour sseeligsnoch gantz frisch undt gesandt, fuhr nach Marl;?, dort porkoot woll zumittag mitt dem König. Nach dem eßen fuhren I. L. nach 8t. 6orwain,kamen abendts umb 6 wider gantz lustig, verzehlte nnß, wie viel tabourotser bey der Königin in Engellandt gesehen. Gegen 9 solte ich zu nacht eßen,konte aber nicht eßen, denn ich hatte noch 4 stnndt das fieber gehabt; Mon-sieur sseeligs sagte zu mir:so in'on vazr soupor ot no koros^) pas oommovous, var s'a^ xranä apotit", geht damitt ahn taffel. Eine halbe stnndthernach höre ich ein geraß, sehe mack, cko Vantaäour^) bleich wie der todtin meine camer kommen, die sagt:Monsieur so trouvo mal". Ich lausfgleich in I. L. kammer; sie kanten zwar woll, konten aber nicht reden, daßman es verstehen konte; so viel konte ich nur hören:vous ostos walaäo,alles obos vous ou". Man hatt I. L. dreymahl zur ader gelaßen, ll onesnomotiguo geben, waßer von 6batkbausou, ^outtos ä'^nAletorro 2 bontoillonvoll, aber nichts hatt geholffen; gegen 6 morgendts hatt es sich gantz zumendt getrehet. Da hatt man mich auß der cammer mitt gewaldt geschieht,war wie ohnmächtig; man legte mich zu bett, ich konte aber nicht im bettbleiben, stnndt aufs undt wie ich in freüdt nndt leydt allezeit ahn E. L. ge-dencke, so war auch mein erste gedancken, ahn E. L. zu schreiben; ich weißaber nicht, was ich E. L. gesagt habe. Nachdem ich E. L. brieff weg ge-schickt, kam der König zu mir, war auch sehr touobirt, thate doch seinen mög-lichen fleiß, mir trost einznsprechen, erwieße mir viel gnade. Mack, äo Maiu-tonoll war auch sehr touobirt undt sprach mir zu. Der König fuhr weg.Umb 12 verschiebt Monsiour; ich setzte mich gleich in kutzsch undt fuhr her.Der König schickte mir inons. Io Premier, umb zu fragen, wie ich mich be-finde. Der schrecken hatt mir das fieber Vertrieben. Mack, cko Maintononließ mir durch meinen sohn sagen, daß es jetzt die rechte zeit were, mich mittdem König zu versöhnen. Hirauff habe ich meine rotiootionon gemacht undt

y -- lsrai. h Vgl. I, S. 375, N. 2.

Bodemann, Briefe d. Herzogin Elis. Charl- v. Orleans U. 1