Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

28

jmnmert mich. Sie schreibt mir so offt undt so freündtlich, daß ich sie gantzlieb drüber habe. Null. cks llulmae'), so man jetzt In prmessso dos Ilr-sios Heist, wirdt oawarsra masors verbleiben; der König in 8pm>ieii sollüber die maßen viel von ihr halten. Es ist ein wunderlich ampt, das siehalt: sie muß dem König, wenn er bey der Königin schlaffen kompt, seinennachtrock auß undt ahnthun, morgendts nndt abendts, undt ihm seinen degenundt cammerpott nachtragen; die junge Königin lacht drüber undt beschreibtI'etignotto cku palais recht p 08 sirlich. .

482. Narl^ den 15. Osoewdor 1701.

. . . Ich glaube, daß König IVillmlm von staadtsallniron lebt wie einanders von eßcn undt drincken, undt daß diß I. M. die gcsundthcit widergeben halt. . Ich fragte einmahl ahn jemandes raisormbols, worumb manin allen schrifften unßern König immer lobte; man andtwortete mir, nianhette den buchtruckern oxpi-6886 ahnbefvhlen, kein buch zu trucken, wo desKönigs lob nicht in stunde; man thete es wegen des Königs nnterthanen,denn wie die Frantzoßen orckirmrio viel leßcn, nndt in den proviniMn leßensie alles was von karm kompt, undt des Königs lob gibt ihnen venoratiouundt r68p6ot vor dem König, wie sie haben sollen; deßwegen geschichts undtnicht des Königs wegen, welcher es nie sicht noch hört, seyderdcm I. M.in kein opern mehr geht. Der König arbeit sehr, helt langen raht alle tag.Ich wünsche sehr, daß man in RexsimdurA' finden möge, daß die sach vonLle^lnnät den Keyßer allein betreffe, damitt kein anderer krieg alß in IttnIIienkommen möge. E. L. haben groß recht, über die staadtssorgen den schlaffnicht zu verliehren. Es ist eine ahngenehme sach, woll nndt nach seinem

0 Lraooiano: Anne Marie de la Trämouille, Duchesse de Bracciano, Princessedes Ursins. Vgl. Bibl. d. lit. V. in Stuttg. 107, S. 430; N- «: Im 1.1659 mitAdrienBlaise de Talleyrande, Prince de Chalais, vermählt, zeichnete sie sich ebenso sehr durch ihrenGeist, als durch ihre Schönheit aus u. glänzte im Hotel d'Albret, wo sie mit der FrauScarron's, der nachmal. Fr. v. Maintenon, bekannt wurde. Nach d. Tode dieses Gemahlsschloß sie zu Rom 1675 e. zweite Ehe mit Flavio Orsini, Herzog v. Bracciano. Ihr Auf-enthalt in Paris 1677. 16931698 ward die Veranlassung dazu, daß sie durch Vermittelungder Frau v. Maintenon, des Marschalls v. Noailles u. des Ministers Torcy den Auftragerhielt, in Rom im Sinne der franz. Wünsche Hinsicht!, der spanischen Thronfolge thätig zusein. Von da an lebte sie ganz der Politik, wie sie denn, nach Rom zurückgekehrt, den Ab-sichten Frankreichs zunächst durch die enge Verbindung diente, in welche sie mit dem fran-zösisch gesinnten Erzbisch, von Toledo, Porto-Carrero, trat. Am 5. Apr. 1698 starb ihrzweiter Gatte, der Herzog v. Bracciano. Nachdem sie ihr Herzogth. Bracciano an den Her-zog Livio Odescalchi für 2 Millionen verkauft, nahm sie den TitelPrincesse des Ursins"(äsZIi Orsini) an. Nach d. Thronbesteigung Philipps V. von Spanien hatte sie die Heirathdesselben mit d. Prinzeß Marie Louise v. Savoyen einzuleiten. Die Vermählung fand am11. Sept. 1701 statt u. Mad. des Ursins übte jetzt als varnarsra wajor der Königin aufdas junge Hcrrscherpaar den unbeschränktesten Einfluß aus.