23
dießem schönen friedenschluß haben sich die verliebten wider gesehen. DieRotronllousserin schwört, es seye keine invontirto bistorie, sondern die purewarheit. Ich wünsche, daß es E. L. einen augenblick möge lachen machen. . .
479. Versailla den 17. Hovemdsr 1701.
. . . Vergangen Sambstag abendts ist mons. llo llouvillost ahn-kommen, der ein edelinan vom König in Lpuuion^) ist, war hir son Aontil-Iioinwö äo In rnunobo^. Man hatte das gutte kindt, die Königin^), nichtgewarnt, daß man alle ihre leütte wegschicken wolle; wie das arme kindtmorgendts auffstund, funde sie lautter abscheuliche, heßliche nndt alte Weiberahnstatt ihre leütte; da sing sie ahn zu schrehen nndt wolte mitt ihre leüttewider weg. Der gutte König, der sie hertzlich lieb schon hatt, meinte, daskönte geschehen, nndt wie er auch noch ein wenig kindisch ist, weinte er auchnndt meinte, seine gemahlin würde weg; man hatt ihn aber getröstet nndtgesagt, wie es nicht sein könte, weilten der heüraht eonsurnirt were. DieKönigin, wie man mir es beschreibt, hatt sich eben gesielt wie ich, wie manmir mall. Meloi?) ahnstatt die gutte fraw von Hurling gab. Man hattes hir gar übel gefunden, ich habe aber zum König gesagt, daß man viel-mehr nur drüber lachen solte'undt fro sein, daß die Königin so ein guttgemüht hatt. Die äamos äu xaluis, so dieße Königin bey sich hatt, seindtbüße stücker. Die Königin bat, man mögte ihr doch ausf frantzösch zu eßengeben, denn sie könte die spnnisoll wuuiron von zurichten nicht eßen, so be-fähle der König, man solte der Königin durch seine frantzösche oküoirorO) zu-richten laßen; wie das die äuinon sahen, ließen sie der Königin auff spanisollznrichten, trugen ihr nur dieße schüßeln ausf nndt ließen die frantzösche stehen.Der König wurde böß drüber, verbott den spanischen köchen, zu kochen, nndtließ gantz ausf frantzösch zurichten. Wie das die «kamen sahen, nahmen siedie suppen, goßen alle brühe davon, sagten, das könte ihre kleyder verderben,nndt brachten der Königin die soupo ohne brühe; desgleichen thaten sie mittden: raZout; die große schüßeln gebrattens, alß hamelschlegel oder nihren-bratten wolten sie nicht ahnrühren, sagten, ihre Hände weren zu äolioat,solche schüßeln zu tragen; von andern gebrattens rißen sie 3 hüner heraußmitt den Händen, legtens aufs einen teller nndt brachtens der Königin so.Bößere Menschen alß die sein, solle man nicht finden können, undt abscheülichheßlich darbey. . .
h Charles Auguste d'Allonville, Marquis de Louville. -) Philippe V. d'Anjou.
Zsut. ä. 1. manolrs: die Edelleute, welche die jungen franz. Prinzen beständig begleiteten,h Der König Philippe war am 2. Nov. 1701 vermählt mit Marie Louise Gabrielle, Tochterdes Herzogs Victor Amadeus II. von Savoyen. °h Mad. de Terlon ward Hosmeisterin derElis. Charlotte, als diese 1663 von Hannover wieder zu ihrem Vater nach Heidelberg zurück-ging u. sich ihre bisher. Erzieherin Offelen mit dem Stallmeister v. Harling verheirathete.°) — oüroisrs äs 1a vouslls.