— 22
Muß woll drucken wie OnrI Noritr sagt: „lat lopen"h, denn was das ver-hcngnnß vorschen hatt, ist nicht zu endcrn. Wie ich sehe miß die Ver-gleichungen, so Onrl Noritr macht, so kompts osft doll herauß beh ihm;waß er vom propdoton Hassen oitirt, ist mir allezeit auch gar wunderlichVorkommen; die pfarr dentten nicht allein diß exemxel geistlich auß, sondernder propdot selber sagt alles was ihm unßer Herrgott hiranff gesagt hatt,welches gar wunderlich lautt. Es jammert mich recht, daß Onrl Noritr soseüfft, ich glaube aber, daß, wenn E. L. die sach ein wenig ernstlicher nehmenundt nicht drüber lachen, wenn er gesoffen hatt, so würde er sichs abgewehnen.
478. k^ootnillablonn den 9. ^iavemdsr 1701.
. . . Der pfaltzgraff von Zweybrücken?) ist nun zu Strasdui-K. Dortstelt er sich ahn oder ist es in der that, alß wenn er verliebt von der priotnesvon Voläontrch were, gibt aber vor, er könte sie nicht heürahten, weillen erantdolisod undt sie lutborisod ist, also ist es gar eine unglückseelige liebe.Sie sitzen alß gegen einander über, reden alle halbe stundt nur ein wordt,seüffzen aber so unerhört starck, daß maus in der andern cammer hören kan.Der gutte pfaltzgraff, welcher so woll alß andere vom geschlegt sehr mittwinden geplagt ist, wolte den seüffzer gar tieff Hollen, der windt aber, ahn-statt über sich zu gehen, ging unter sich undt torwirto einen von den ab-scheüligsten fürtzen, so man in langer zeit gehört hatte. Der priotr erschrack,fuhr aufs vom stuhl undt sagte zu der printMs: Ich bitte E. L. umb ver-zeynng, dießer ist mir unversehens entfahren. Die printros aber sagte, siewolte keinen stützenden liebhabcr haben, er solte sich weg packen undt nichtwider kommen. Der gutte printr in großen ängsten ließ die fraw von kat-sarosimussorck) bitten, seinen frieden zu machen. Die fraw von Rntdsnms-kmussoo fuhr zu der xriritMS von Voläont^ machte einen ologusnton äis-oours von den menschlichen schwachheiten undt wie einer mitt des andernschwachheitten alß gutte odriston gedult müsten haben. Man übergab ihrdie nrtiolss vom frieden anffzusetzen, welche waren, daß die printnes demprlntrso seinen furtz vergeben solte undt I. L. wie vorhin wider sehen, mittdem beding, daß der printr hinfüro sachter seüffzen solle, damitt solch Un-glück ihm nicht mehr geschehen mögte; der priotMS aber solle es erlaubtsein, sich nicht zu zwingen undt im fall ihr etliche winde unter sich kämen,sie getrost, mitt welchem ton es auch sein möge, herauß zu laßen. Nach
*) Am 27.Nov.1701 schreibt die Kurf. Sophie an die Raugr. Louise (a. a. O., S. 220):„Er sder Naugr. Karl Moritz) drinckt ihmer tharauf los; sage ich ihm tharvon, bekomme ichzur antwort: „„lat lopen"", ist ihm alles geleich", h Gustav Sam. Leopold; vgl-1, S. 266,N. 3. Im I. 1707 heirathete er Dorothea, Tochter des Pfalzgr. Leop. Ludw. von Vel-dentz, 1723 wieder geschieden, worauf er in dems. Jahre Louise Dorothee v. Hosmann hei-rathetc. h Vgl. I, S. 289, N. 3.