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Ich wünsche von hertzen, daß das bat zu Baden unßerer prinoos zuHeydelbergi) woll zuschlagen möge uudt daß mir ein klein nsplion oderuioos davon kommen möge. Gestern abendts ist der oaräinal ä'Lströ^) inauäiontr: das erste mahl zu mir kommen; er hakt mir gleich von E. L. ge-sprochen uudt wie er die oontosso Loiti gebetten, ihn ahn E. L. zn reeoin-moncliron; hernach hatt er ahn alle, so bcy mir waren, E. L. ohnerhörtgelobet undt daß er sein leben keinen so univorsallon verstaubt nie gesehenhette alß er auß E. L. bricffcn verspüret, so E. L. ahn obgemelte oontsssogeschrieben hettcn, undt daß E. L. auch gar osft sehr ahngenehm raillirtou,undt mitt einem wort: er hatt mir so lang undt viel von E. L. gesprochen,daß ich ihn gantz lieb drumb habe.
15. Vorsaillk den 4. dlov. 1677.
. . . Ich gehe alle 2 tage undt sehr osft 2 undt 3 tage nach ein-ander mitt dem König aufs die jagt, undt wir jagen hir nicht weniger alßzu I?onta,iiiob1sau. Der lust von der hirschjagt ist uußcrm König jetzt gantzausfs neue ahukommen, dcß bin ich recht froh undt ich folge ihm so osft csmöglich ist, denn ich liebe die jagt ebenso sehr als I. M. undt das ist einrechter lust vor ein rauschenblatten knecht wie ich bin, denn man darf sichda nicht vielt butzen noch rott ahnthunch alwic bey den bal. Aber apropovon bal: es ist mir lieb, daß E. L. undt Dero printM«, mein Patgen, sichso woll zu Antwerpen llivortirot habeuch. . .
Gott gebe, daß wir uuß in unßerer Meinung betrogen finden mögenin dem waß unßere priuoos zu Hehdelbcrg ahnbclangt, umb auch alle üis-vui'sou zu endige», so man helt über die proposition, so I. G. der Churfürstahn I. G. die Churfürstin mein fraw mutter hatt thun laßei?), welche ichahnfangs nicht Hab glauben können, weillen ich von hauß kein wort davonvernohmen, nun aber nicht mehr zweiffele, weillen E. L. mir es schreiben.Dießes thut I. G. dem Churfürstcn einen großen tort hir im lande undtman sagt auch, daß I. G. sich nicht von I. G. mein fraw mutter scheydenkönne ohne daß es meinem bruder undt mir tort undt allrout thete; dero-
. Wilhelmine Ernestine, Gemahlin des Kurpr. Karl. -) Caesar d'Estrses, Bischof
von Laon, Kardinal, h — rotb anthun, schminken. Im August 1677 besuchte die Her-zogin Sophie mit ihrer Tochter Sophie Charlotte ihren Gemahl Ernst August in Anders;vgl. Näheres über diese Reise in dem Briefe der Herzogin an ihren Bruder vom 24. Aug.1677 in den Public, a. d. Kgl. Prcuß. Staatsarch., 26, S. 298 ff. °) Da der Kurf. KarlLudwig 1677 seine Raugräfin verloren hatte u. der Kurpr. Karl ohne Erben blieb u. seinStamm zn erlöschen drohte, so suchte Karl Ludw. seine in Kassel lebende Gemahlin Char-lotte zur Scheidung zu bewegen, auch sein Sohn Karl suchte in seinem Aufträge, freilichsehr widerstrebend, auf die Mutter dafür einzuwirkcn, — aber umsonst, denn diese wies dasAnsinnen mit Entrüstung von sich.