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Alfred Rethel : Blätter der Erinnerung
Entstehung
Seite
180
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Färbung, die durchaus zu der Scene paßt, so fühlt mansich doch auch in der ganzen Atmosphäre der aneinandergereihten Bilder durchaus wohl. Trotz der verschiedenendramatischen Vorgänge weht allcrwärts eine harmonische,gewissermaßen epische Stimmung. Nicht minder vortrefflichist die kräftige Zeichnung und die herrliche Charakteristikder Gestalten. Sicherlich darf man Rethel nicht zu dengroßen Koloristen in Oel rechnen. Wir wüßten aber nie-manden, der es ihm auf dem Felde der monumentalenFreskomalerei zuvorthäte.

„ Bis hierher und nicht weiter! Die ruhmreiche Thätig-keit des jungen Meisters ist leider inmitten der Ausführungseiner herrlichen Kompositionen unterbrochen worden. Voreinigen Jahren wurde Rethel nämlich von einer unheilbarenGehirnkrankheit befallen, welche seinen großen schönen Künst-lergeist mit ewigem Dunkel umhüllt hat. So lebt er nichtmehr, sondern vegetirt nur zu Düsseldorf in der treuenPflege trefflicher Verwandten. Unter diesen Umständenmußte nun die Ausmalung der noch übrigen vier Zeich-nungen, nämlich die Taufe des Wittekind, die KrönungKarl's in Rom, der Bau des aachener Münsters und dieKrönung seines Sohnes in Aachen, andern Händen an-vertraut werden. Man ist denn auch so glücklich gewesen,in dem düsseldorfer Historienmaler Joseph Kehren einengeschickten Künstler zu finden, der sich mit eingehender Liebeund treuem Fleiß an die Fortführung der Arbeit begebenhat. Je mehr wir von der Schwierigkeit eines solchenUnternehmens überzeugt sind, desto höher müssen wir dieHingebung Kehren's, der selbst ein nicht unbedeutendesTalent bei eigenen Werken an den Tag gelegt hat, an-