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Alfred Rethel : Blätter der Erinnerung
Entstehung
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Aöährend der letzten Jahre begegnete dem Spazier-gänger in den Wegen des düsseldorfer Hofgartens mituntereine in Begleitung eines Wärters dahinschreitende schwan-kende Gestalt von gedrungener Statur, Hangenden aus-druckslosen Zügen und leblosen, stieren Augen, vor welchersich niemand eines tiefen Mitgefühls erwehren konnte. Allsden ersten Blick gewahrte man, daß der arme Kranke aneiner unheilbaren dumpfen Geistesstörung litt. Die Altenhielten solche Kranke für heilig. Auch wir gehen mit stil-lem ernstem Erbarmen an ihnen vorüber. Wie sehr stei-gerte sich aber die Theilnahme des Wanderers, wenn ererfuhr, daß in diesem jetzt fast seiner selbst unbewußtenLeibe früher ein Geist wohnte, der in frischem künstlerischemSchaffen mit dem edelsten, herrlichsten, weitesten Talenteausgestattet zu dem Gipfel des Ruhms emporstieg undunter den deutschen Malern zu denjenigen gehörte, welcheum den höchsten Preis rangen. Seine nähern Freundehaben ihm stets einen allerersten Genius zugesprochen.Das; sein Ruhm zur Zeit seines Schaffens nicht sofortallerwärts anerkannt wurde, lag in seiner Jugend undallerlei andern Umständen. Nachdem in den letzten Jahren

Alfred Rethel. 1