licherweise wieder in die alten gothischen Verhältnisseeingerenkt werden, flüstern uns die unvergessenen Geschichtenverschollener Zeiten durch den Geist.
„Wir laden den Leser zu einer Wanderung in dengroßen Kaisersaal des Rathhauses ein."
Nach einer kurzen Geschichte und Schilderung desRethel'schen Werkes heißt es dann ferner: „Und wie stehteS denn mit der Ausführung? Wir halten sie geradezufür die beste, die wir an ähnlichen Werken der neuen Zeitkennen. Der Frescomaler hat, wie dies auch gegenwärtigüberall anerkannt wird, eine ganz andere Aufgabe als derOelmaler. Er muß sich vor allen Dingen der Architekturunterordnen und seine Gebilde nach den Räumen, in wel-chen sie sich befinden, stimmen. Unruhige, dramatisch wir-kende Farben, wie sie der Leinwand zum Schmucke dienen,sind für ihn unzulässig. Es ist seine Aufgabe, seine Ge-bilde gewissermaßen ruhig und episch zu entfalten. Thunwir beispielsweise einen Blick in die Münchener Schule undbetrachten die Säle in der Glyptothek, die Cornelius malte,so ist hier gegenüber den farbigen Arbeiten der neuen Pi-nakothek und des Domes zu Speier das rechte Maß ge-troffen. In ähnlicher Weise hat Rethel es verstanden,jede Unruhe zu vermeiden. Nirgendwo trifft das Augeauf schreiende Gegensätze. Ueberall findet sich im Einzelnendie richtige Abtönung. Wie prächtig ist die gedämpfte
Waldeinsamkeit im deutschen Forste! Wie weißglänzendleuchtet der südliche Himmel über der spanischen Schlacht!Wie würdig ernst ist das Colorit auf dem Einzuge inPavia! Wie dumpf und schwül liegt die Atmosphäre aufder Kaisergruft! Hat nun jedes Bild eine individuelle