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das Kriechen des Wurms! Welche fürchterlichen Gegensätze!Was Wunder, daß ich meine Thränen nicht zurückhaltenkonnte vor diesem edeln zerstörten Meisterwerke der Natur!Er fühlte nichts von meiner Bewegung und blätterte weiter.Ich habe selten schmerzlichere Eindrücke gehabt als beidiesem traurigen Besuche.
Die Seimgen hatten während der vier oder fünf Jahre,in denen er sich in ihrer Pflege befand, verschiedenem«!sein Ende erwartet, denn es traten von Zeit zu Zeitkürzere oder längere Störungen des gewohnten Zustandesein, die sich in einer erschöpfenden Schwäche offenbarten undin denen er alle Speisen von sich wies und die Spazier-gänge einstellen mußte. Im Sommer 1858 hatte mansogar einmal seine Auflösung erwartet. In den Tagen,wo ich ihn sah, befand er sich auffallend wohl. SeineSchwester hoffte ihn sogar noch recht lange in diesem trau-rigen Dasein zu pflegen, denn wer verliert gern geliebteVerwandte, mag ihr Leben sich auch noch so öde undtrostlos hinziehen. Auch mir schien es, als könne er gleichHölderlin noch viele Jahre dahingehen lassen. Da las ichAnfang Decembcr 1859, daß er gestorben sei, und unterm3. December schrieb mir sein Bruder Otto: „Erst heutekomme ich dazu, Ihnen von dem Dahinscheiden unsersguten Alfred Mittheilung zu machen. Er starb in der
Nacht zum 1. December fast ohne Todeskampf an totalerEntkräftung, die sich namentlich in den letzten Wochen sehrbemerkbar gemacht hatte. Sein Verscheiden war gleich demeines Kindes, welches bis zum letzten Momente lächelt.Der Anblick der Leiche war ein wehmüthiger, aber dabeisehr erquicklicher. Es lag ein unendlicher Gottesfrieden
HAM