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Alfred Rethel : Blätter der Erinnerung
Entstehung
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untergehenden Sonne beleuchtet, und Koblenz und die an-dern Festungen lagen schon im Dunkel der Nacht, welchedurch einzelne lichtblaue Nebelstreifen, die im Rhein- undMoselthal aufgestiegen, unterbrochen war. Nur die höher»Rheingebirge wurden ebenfalls von der Sonne beschienen,dazu noch das eintönige dumpfe Schlagen der Maschineim Schiff; alles dieses stimmte einen ganz feierlich. Wirlandeten bald, und noch schneller waren Lasinsky und ichin seines Vaters Wohnung, wo ich mit der alten Herz-lichkeit empfangen wurde. Ich verweilte noch einige Tagedort und setzte dann, begleitet von zwei Bekannten ausDüsseldorf, die den Tag vorher auch in Koblenz ange-kommen waren, meine Reise zu Fuß weiter. Lasinsky bliebnoch bei seinen Acltern. Unterwegs trafen wir mit dreiStudenten aus Aachen zusammen und wo ich in dem einenden jungen Herrn Vossen erkannte, welches mir äußerstangenehm war. Beide Bekannten aus Düsseldorf warenmusikalisch, der Zufall wollte, daß zwei von den Studentenebenfalls Sänger waren, und das Quartett war zusammen.Nun wurde am Lurleifels das herrliche Lied gesungen:„Wie ist doch die Erde so schön, so schön u. s. w."*), und dieletzte Zeile wurde vom Echo jedesmal wiederholt. Esmachte sich prächtig hier an diesem Ort, wo die Natur injeder Hinsicht großartig ist, dazu der schöne Abend. DasRheinthal ist hier sehr eng, die Felsenwände fast senkrechtund der Rhein fließt sehr langsam und still, doch wirddie ruhige Oberfläche dann und wann durch Wirbel undAufsprudeln des Wassers unterbrochen, als wenn es am

*) Von Robert Reinick.