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Alfred Rethel : Blätter der Erinnerung
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jung durch Gesang und Spiel und allerliebste phantastischeGeschichten, die ihm die Zuneigung aller Anwesendenverschafften.

Im Jahre 1833 machte er seine erste Rheinreise undlernte also den heiligen Strom der Deutschen kennen, andem auch die Quellen seines ganzen künstlerischen Dasein?liegen. Da er diese Fahrt in einem umständlichen Briefean seine Aeltern beschrieben hat, so lasse ich seinen Be-richt folgen, um damit den Beweis zu liefern, wie leb-haft der damals siebzehnjährige Jüngling empfand undwie meisterhaft er im Verhältniß zu seinem Alter zu schil-dern wußte:

Düsseldorf, 21. October 1833.

Liebe Aeltern!

Vergangenen Donnerstag abends kam ich wohl undgesund von meiner Reise hier an, nachdem ich vier Wochen,acht Tage länger als ich wollte, ausgeblieben bin. Alsodie Herrlichkeit wäre wieder einmal zu Ende! Ach, welcheinen genußreichen Herbst habe ich gehabt! Laßt mich ver-suchen, ob ich eine Beschreibung geben kann. Ich reistemit dem Lasinsky, der sich auch schnell zu einer Reise ent-schlossen hatte, und noch einem dritten Maler nachts umein Uhr mit dem Eilwagen von hier nach Köln ab, wowir den Morgen um sechs Uhr anlangten und uns gleichaufs Dampfschiff begaben. Den Abend um sieben Uhr warenwir in Koblenz; es war ein herrlicher Anblick, Koblenzmit seinen großartigen Festungen im Abendsonnenschein zuerblicken, besonders der Ehrenbreitstein machte sich schön;er war, weil er am höchsten liegt, ganz roth von der