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Alfred Rethel : Blätter der Erinnerung
Entstehung
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rühmte sein außerordentliches Compositionstalent und warerstaunt über die Fortschritte, die er in der Technik desZeichnens und Malens machte. ^ Da sich bei mir schon infrühen Jahren ein großes Interesse für Musik und bildendeKunst regte, so fehlte es mir nicht an Gelegenheit, dieBekanntschaft einer Menge von Schülern in diesen Fächernzu machen, die cinestheils durch Burgmüller und Mendels-sohn-Bartholdy und andererseits durch die Akademie undden Schadow'schen Kreis angezogen wurden. Auch mitRethel traf ich bald zusammen. Hatten wir uns einst aufder Straße im Kampf begegnet, so begegneten wir unszu Hause in der besten Freundschaft. Ich führte ihn meinerFamilie zu, wo er sofort ein gern gesehener Gast war, undbesuchte ihn auch oft in seinem Zimmer. Er wohnte näm-lich mit zwei Brüdern, dem Landschaftsmaler Adolf unddem Historienmaler Gustav Lasinsky aus Koblenz, an derEcke der Andreasstraße bei dem Metzgermeister Stark. Icherinnere mich, daß er hier auch einmal eine heftige Brust-entzündung durchmachte, die seine jungen Bekannten mitgroßer Besorgniß erfüllte. Bei dieser Gelegenheit habe ichauch seinen Vater gesehen, der von Wetter herübergekom-men war. Derselbe steht mir als ein kleines und beweg-liches Männchen mit dichtem, krausem, grauem Haar imGedächtniß, das mich äußerst artig empfing und michvoller Freude an das Lager des eben genesenden Sohnesführte. ^ .

Es ist leider sehr häufig der Fall, daß man jungeTalente überschätzt und sich zu große Hoffnungen von ihrerEntwickelung macht. In Beziehung auf Alfred Rethelkann man indeß sagen, daß er allen Erwartungen voraus-