Und so trafen wir ihn denn auch einstmals auf dem Bade-platz in Begleitung einiger seiner Kameraden von der Aka-demie. Ob die Künstler oder ob wir Gelehrten Händelsuchten, weis; ich nicht mehr; es entstand aber beim Badenein Schelten herüber und hinüber, auf dem Rückwege ver-folgten sich die Feinde mit spitzigen Redensarten, es wurdemit abgefatlenen Aepfeln und Stucken Grund geworfen,schließlich aber erhob sich die Leidenschaft so heftig, daßwir uns thatsächlich in die Haare gcricthen. Die Schlachtging an der Südseite der Stadt vor sich und zwar un-gefähr an der Stelle, wo die Dussel aus dem Schwancn-spiegel in den Spee'schcn Weiher schleicht. Damals herrschtean dieser jetzt so säubern Gegend noch ein wahres Chaos.Der Schwancnmarkt bestand aus Sandhaufen und sumpfi-gen Vertiefungen. Wo sich der Eisenbahnübergang be-findet, führte eine ärmliche Brücke mit einem Thor überdas Wasser. Auf dieser Brücke kamen die jungen Feindein ein lebendiges Handgemenge, dessen Ende ein glänzenderSieg unserer Seite war. Freilich hatten wir keine großeUrsache zur Ueberhebung, denn wir standen sechs gegenvier, aber bei jenen vieren war der ungeschlachte Künstler,der wenigstens drei von uns aufwog. Wir fühlten haupt-sächlich eine große Genugthuung, weil unser riesiger Feinddiesmal höchst drastisch auf die Erde gestürzt wurde. Derkleinste und winzigste unserer Gegner, ein hübscher blonderKnabe, war damals Alfred Rethel, dem, soviel ich michentsinne, in unserm Kampf kein besonderes Leid geschehen ist.'
Ueber die Begabung dieses jungen Menschen gingen^bald sehr glänzende Gerüchte durch die Stadt. Er wurdeoffen als das Wunderkind der Akademie ausgerufen. Man