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Über deutsche Volksetymologie
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dire ä qu. son fait u zurückgeführt 1 ), bald dem Worte Fett dasfrz. fete (faire fete a qu., einem viel Ehre anthun, ironisch: ihnschelten) zu Grunde legen zu müssen geglaubt 2 3 ). Aber ist denndas deutsche Wort nicht als solches ganz gut zu erklären? DasFett ist der beste Theil, der Vortheil, steht aber hier ironisch imSinne des schlimmen Theils, des Nachtheils 8 ). — In der Bibel-stelle: 'Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe,als daß ein Reicher in das Himmelreich komme 5 ist unter Kameltheils ein dickes Tau verstanden, theils Nadelöhr als Pförtchengedeutet worden. Allein schon von dem Orientalisten Wetzsteinwurden beide Annahmen zurückgewiesen und wörtliche Auslegungbehauptet, welche unstreitig die einfachste und annehmlichste ist 4 ):das gröste Thier und die kleinste Oeffnung bilden den mit Absichtherbeigeholten starken Gegensatz. — Sogar das so einfach ver-ständliche Sprichwort: „Viele Hunde sind des Hasen Tod“ 6 ) isteiner gelehrten Auslegung nicht entgangen: ursprünglich, meintman, habe es, mit Rücksicht auf der Nibelungen und ihres Haupt-helden Hagen Kampf im Hunnenlande, gelautet: „Viele Hunnensind des Hagen Tod“ 6 ). — Woher wissen diejenigen, die dieslehren, daß in der sprichwörtlichen Redensart „sein Schäfchen insTrockne bringen“ ursprünglich Schiffchen gemeint sei? Bloß daher,daß beide im Nied erd. ungefähr gleich lauten ( schäplten )? Es heißtindessen dort geradezu: „sin schäp in’n drügen hem 7 ), was dochschwerlich erst nach der angeblichen Umdeutung sich festgesetzthat. — Aus dem ital. impaccio, welches Verwickelung, Hindernis

1) Herrigs Archiv f. d. Stud. d. n. Spr. 54, 237. 55, 459.

2) Axt Progr. Creuznach 1855 S. 31a.

3) Vgl. Herrigs Arch. 55, 234. Grimm Wtb. 3, 1572.

4) Vgl. Passow Griech. Wtb. 1, 779. T. Tobler im Ausland 1877No. 1 S. 19. 20.

5) Im alten Egypten wurde gesagt: ‘Viele Hunde sind der GazelleTod’ (Ebers Uarda 1, 211).

6) Das Buch für alle, Jahrg. 1872 S. 384 b .

7) Schambach Wtb. 180 b ; vgl. Jütting Bibi. Wtb. 193. Kern undWillms in der Schrift: „Ostfriesland wie es denkt und spricht“ (Bremen

1871) S. 76 machen zu dem Satze: „He hett sien Schäpkes up’t Dröge“die Bemerkung: „Auf einer niedrigen und nassen Weide sterben die Schafe;wer seine Schafe auf dem Trocknen hat, dem sind sie sicher“. Man ver-gleiche auch die andre Redensart: „He wet sin Schäpken to scheren“(Strodtmann Idiot. Osnabr. 197. Brem. Wtb. 4, 606. Hennig Preuft. Wtb.223), er weiß seinen Vortheil zu machen.

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