In dem Wortvorrath einer Sprache zeigen sich, selbst heieiner nur mittelmäßigen Aufmerksamkeit und in manchen Fällenvon selbst und unwillkürlich, eine Menge von Wörtern, derenentweder fern oder naheliegendes ursprüngliches Verhältnis durchAs similation 1 ) , um einen einigermaßen bezeichnenden allgemeinenAusdruck für das zu gebrauchen, was man Anlehnung, Umbil-dung, Zurechtlegung, Umdeutung und in dem Verhältniseiner fremden zu der deutschen Sprache Umdeutschung zu nen-nen pflegt, entstellt und vielfach verdunkelt worden ist, dergestaltdaß Misverständnisse der mannigfachsten Art sich insgemein gel-tend machen; vgl. Armbrust, Beispiel, Karfunkel, ereignen, herr-lich, anderweit. .. Dergleichen Wörter werden der sogenanntenVolksetymologie 2 ) überwiesen, die gewissermaßen als eine Kraftzu bezeichnen ist, durch welche zwei etymologisch i n de r Kegelganz unverwandte. Wö’iFeUmiteinander verknüpft werden 3 )./Liegtes "Iber im Wesen dieser Etymologie, daß sie das Unverstandene,Ungewohnte, Fremde nicht nach der Wahrheit ( exvgjxv ), sondernnach dem mehr oder minder verführerischen Scheine oberflächlichdeutet, so muß ihr Gebiet weiter ausgedehnt werden, so gehörenzu ihr auch diejenigen Wörter, für welche eine golche Auslegungin Anspruch gen omm e n wird , ohn e daß .die Form dieser Wörter aufeiner^eigentlichen Entstellung oder Assimilation beruhte, wi Leu-mund, Lindwurm, Windhund, beschwichtigen, umringen, maßleidig,deren Umdeutung lediglich in der Vorstellung wirksam ist. /Hierwie dort läuft der Unvorbereitete GefäKFTalsch zu deuten oderfalsch zu beziehen. /In zusammengesetzten Wörtern, besondersNamen, kann zuweilen die bloße Einordnung eines einzigen Buch-staben für die Beurtheilung entscheiden. ,-Auf dem Gebiete derAppellativa treten in dieser Richtung die später zu besprechenden
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^ • 1) Die übersetzten Ausdrücke „Anähnelung, Anähnlichung“ lautenungefällig, „Angleichung“ sagt zu viel.
/S" 2) Den Namen hat Förstemann in die Wissenschaft eingeführt; vgl.Kuhns Zeitschr. f. vergl. Sprachforsch. Bd. 23 (N. F. 3) S. 376.
3) Vgl. Kuhn u. Schleicher Beitr. z. vergl. Sprachforsch. G, 300., MaxMüller Essays (deutsch) 3, 254. Wackernagel Kl. Sehr. 3, 257.
Andreseil, Deutselie Volksetymologie. 4 . Aufl, 1