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tal *). Bekannt ist äffen, zum Narren haben. Unterdes bleibt jenelat. Erklärung, wenn bloß auf den Sinn geachtet wird, unange-fochten; was sich reimt, Affen und gaffen, gehört hier eng zu-sammen 1 2 ). Es folgt aber nicht daraus, daß Maulaffe 3 ) aus Maul-auf zurechtgelegt worden ist; eher dürfte der umgekehrte VorgangGrund haben. Im Niederd. stellt die Redensart „äpen an’n mülhem“ 4 5 ) das, worauf es ankommt, dar, die Verbindung von Affemit Maul-, hochdeutsch wird gesagt: „Maulaffen feil haben“, mitungenialer Umdeutung: „das Maul offen viel haben“ 6 ); dialektischstehen in der Phrase auch 'Schluiraffen' 6 ). — Eine andre empfind-liche Schelte, Dummbart, ist sicherlich nicht aus tumphart (?), wiesich ein Gelehrter allzu gelehrt einmal hat vernehmen lassen, hervor-gegangen. Der Weg von Bart oder Schnauze (vgl. niederd. dumm-schnute) zum Munde, der dummes Zeug schwatzt 7 ), ist nicht weit. —In unsern Tagen ist wiederholt worden 8 ), wogegen schon Ade-lung sich gesträubt hatte, der deutsche Michel, worunter bekannt-
1) wie Narrenberg u. Narrental, oder Gouchesberc u. Eselsberc (Grimm
Myth. 2. A. S. 645. W. Wackernagel in Pfeiffers Germania 5, 311. 314.315). Ueber den Affen als Vertreter des Thoren und Narren vgl. Zarnckezum Narrenschiff S. XLVII. I
2) Vgl. Haupts Zeitschr. f. d. Alt. 6, 257. 8, 513. Ein mhd. Dichterspricht:
„Mit ir zuht si vüegen kan,da 3 min muot so gar veraffet,da 3 er anders niht enschaffet,wan da 3 er si hupfet an“.
Bei Abraham a S. Clara findet sich: „vergafft und verafft in die. großeTitul“ und: „Mancher vermaulafft sich an der schönen Gestalt“. In UhlandsVolksl. 642 heißt es: „Ich gin und gaff und bin ir aff 11 .
3) schon mhd. mülaffe neben muntaffe-, s. Lexer Handwörterb. 1, 2222.
4) Schambach Niederd. Wtb. 12 a . Die holstein. und hamburg. Mund-art nennt „Affen“ und „offen“ beide „äpen“. In den hansischen Geschichts-blättern Jahrg. 1874 S. 153 bespricht Koppmann das interessante Wort„äpenhros“ (Art Krug), welches der Verf. des holst. Idiot, von äpen, offen,anstatt von äpen, Affen, hergeleitet habe. Die 'apengeter (Bildgießerniederer Art) bildeten ein eignes Handwerk im Mittelalter.
5) W. Wackernagel Kl. Sehr. 3, 56.
6) Kegel Kühl. M. 262.
7) W. Grimm im deutschen Wörterb. 2,1514. Hildebrand das. 5, 1358.Zu der Persönlichkeit von 'Dummbart’ vgl. die ähnlichen Ausdrücke ‘Brumm-bart’ und 'Knasterbart’. Im Niederd. heißt es für „halts Maul“ geradezu„hol den hart“ (Brem. Wtb. 1, 57).
8) Illustr. Sonntagsbl. 1877 No. 46 S. 548.