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Handschrift eben für andere Dichter verwendet werden. Eine Verschie-denheit besteht auch noch darin, daß beim 1., 2., 12. und 25. Bild dieWeingartner Handschrift kein Wappen hat, wahrend die andere ein sol-ches bringt; sei es nun, daß die Wappen weggelassen wurden, weil keinPlatz vorhanden war, oder daß der Maler noch kein Wappen wußte.Aber im großen ganzen ist es unverkennbar, daß ein Zusammenhang/wischen den beiden Handschriften bestellt. Dieser könnte in zweierleiWeise gedacht werden: entweder ist die kleinere Handschrift ein Auszugaus der größeren, die dann als die erste anzusehen wäre, oder ist letztereeine Erweiterung der kleineren, wodurch das Verhältnis sich umkehrenwürde. Nun zeigt sich aber, daß der Text von B mehrfach eine ältere,ursprünglichere form bewahrt hat; also kann B nicht von C abgeschrie-ben sein. Andererseits geben die Bilder von C erst die Grundlage zumrichtigen Verständnis von einigen Darstellungen in B, die sonst fastunerklärlich blieben; es ergibt sich, dal! bei ihnen B nur einen Teil desBildes hat, d:>s C enthält, aber einen Teil, der sich deutlich als unvoll-ständig erweist, so beim 4., 6., 7., 8. und 23. Dichter. Also kann auch Bnicht die Vorlage von C gewesen sein.
Diese Sachlage zwingt zur Annahme einer Quelle, aus der beide Hand-schriften geschöpft haben. Ein solche Annahme wird auch noch durchdas sogenannte Naglerschc Bruchstück in Berlin gestützt, dessen Textfast ganz mit C übereinstimmt, aber nachweislich nicht von dieser Hand-schrift abgeschrieben ist. Endlich kann man auch noch in dem Troß-schen Bruchstück, ebenfalls in Berlin, das allerdings erst aus dem15. Jahrhundert stammt, eine solche Stütze sehen, wenn angenommenwird, daß sein Bild, das mit dem entsprechenden in C weithin überein-stimmt, eine ältere Darstellung von breiterem Ausmaß überliefert, dienoch nicht durch das kleinere Format von C und insbesondere von Beingeengt wurde. Die Unterschiede der einzelnen Handschriften imVerhältnis zu dieser Quelle werden, abgesehen von Änderungen, die dasFormat bedingte oder die etwa in der verschiedenen künstlerischenAuffassung oder Fähigkeit der Maler begründet lagen, vor allem in denverschiedenen Stufen, in denen die Vorlage bei der jeweiligen Benützungsich befand, zu suchen sein. Die Entstehung einer solchen .Sammlung,wie sie die Vorlage darstellte, malt man sich in der Weise aus, daß zu-nächst einzelne Lieder auf Zetteln geschrieben waren, wie dies die Bilderselbst vielfach veranschaulichen. Solehe Zettel wurden wohl von Lieb-habein gesammelt und entweder in loser Form aufbewahrt oder in Hef-ten zusammengefaßt. Früher hat man wohl auch schon ausgeführt, wiesolche Sammlimgen von den Dichtern selbst angelegt und chronologischgeordnet worden seien oder gewissermaßen Liebesromane dargestellthätten. Diese kunstvolle Liederbiidiertheorie ist neuerdings verlassen.weil sonst schwer zu erklären wäre, (lad so oft Lieder einem Dichterfälschlich zugewiesen wurden. Die Sammlung, die unseren l.iederhand-schriften als Quelle diente, befand sich jedenfalls anfänglich in losemZustand, sei es nun, dal! sie aus blättern oder aus Heften bestand; siewar noch nicht abgeschlossen, als B sie benutzte. Auch mögen bei ein-zelnem Dichtern noch die' Bilder gefehlt haben, so daß der Maler von Bsie bei andern Sängern entlehnen mußte; ähnlich mag der Fall auch beieinzelnen Wappen gelegen haben.
Daß die Vorlage, als B sie benutzte, noch nicht in fester Ordnung war.sondern aus losen Teilen bestand, die überall noch erweitert werdenkonnten, wird sowohl durch die Tatsache angedeutet, daß die Reihen-folge, in der die beiden Handschriften die gemeinsamen Dichter bringen,nicht übereinstimmt, wie durch den grollen Unterschied des Umfang!überhaupt. Gemeinsam ist beiden der Anfang mit Kaiser Heinrich:weiterhin ist der zweite in B, der Graf von Penis oder Neuenbürg, auchin C der nächste von denen, die zugleich in B erseheinen. Dann stehenin beiden Sammlungen hintereinander Hausen. Rietenburg und Seve-lingen, aber vor ihnen hat C schon eine Reihe von Dichtern, die B erstnachher bringt. Auffällig ist, daß gerade- mit Hausen in (' eine ganzeGruppe von Dichtern beginnt, die beiden Handschriften gemeinsam sind,wenn auch teilweise in anderer Ordnung: es stehen hier l(> Dichter im-