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Liebesszene, aber in B wohl mehr als Zwiegespräch, in C eine Abweisungdes Dichters, der sein Gedicht überreichen will.
Die Ministerialen von Söflingen bei Ulm waren später Truchscsse derGrafen von Dillingen. Urkundlich tritt das Geschlecht erst 1220 auf;1240 ein Meinloh v. S., vielleicht Sohn oder Enkel des Dichters, der selbstum 1170 gedichtet haben mag. Der Sevelingen zeigt den Übergang vonalter zu modischer Art, indem er der neuen Anschauung vom Minne-dienst huldigt, aber auch noch derb natürliche Töne hat.
6. Grave Ottc v(on) Bottenlouben (Graf Otto von Botenlaubcn), S. 23bis 25.
Text in C erweitert, Bild in B unvollständig wie bei 4.
Der Dichter, Schüler von Wolfram, ein ansehnlicher Lyriker, stamrriteaus dem mächtigen ostfränkischen Geschlecht der Grafen von llennebergund nannnte sich nach seiner bei Kissingen gelegenen Burg lk>tenleben;er lebte v. 1177—1244, machte 20jährig den Kreuzzug von Heinrich VI.mit und blieb längere Zeit in Syrien.
7.* H(crr) Bliger v(on) S(t)ainach (Bliggcr von Steinach) S. 26—27.
Text in C erweitert, Bild in B wahrscheinlich unvollständig, indem derSchreiber fehlt, dem diktiert wird.
Bligger, der in Urkunden 1152—1209 auftritt, war aus dem freiherr-lichen Geschlecht, das sich nach der Burg Steinach am Neckar, jetztNeckarsteinach, benannte, und nahm an Heinrichs Zug nach Italien teil.
Als Dichter von Hausen beeinflußt.
8.* H(err) Dietmar v(on) Aste (Dietmar von Eist), S. 28—32.
Text in C erweitert, die letzten 3 Strophen dort dem Morungen zuge-wiesen. Bild in B unvollständig, es fehlt die Dame, an die verkauftwird.
Dietmar stammte aus dem freiherrlichen Geschlecht, dessen Stammburgan der Aist, einem Donaunebenflüfichen unterhalb der Enns, lag; nachanderer Auffassung war der Dichter ein Ministcriale der Aister. LinDietmar in Urkunden 1140—1161 genannt, gestorben vor 1171, aber wohlnicht der Dichter, der eher jünger war. I)er Dichter steht dem Kürcn-berger noch nahe; er war der erste Vertreter des Tageliedes. Aber man-ches von seiner Dichtung ist umstritten, da die Lieder in romanischerArt ihm abgesprochen werden.
9.* H(err) Hartmann von Owe (Hartmann von Aue), S. 33—39.
Text in C umfangreicher; Bild weithin übereinstimmend, wohl Dar-stellung des Ritters auf dem Kreuzzug (obgleich Kreuz fehlt).
Hartmann urkundlich nirgends erwähnt, auch Heimat nicht sicher. DreiMöglichkeiten bzw. Theorien: I. Eglisau, früher Ow, wo die Wespers-bühlcr in der Nähe ansässig, wofür das Wappen spräche. 2. Aue in Nähevon Freiburg i. Br. 3. Owe bei Rotenburg a. N. Jedenfalls ein Schwabeund Ministeriale.
Hartmanns Bedeutung liegt auf dem Gebiet der Epik.
10.* H(err) Albrecht von Jansdorf (Albrecht von Johnnsdorf) S. 40—44.
Text in C umfangreicher, auch Bild etwas abgeändert, mit intimererSzene. Der Ort J. nicht nachzuweisen, wird im östlichen Bayern gelegenhaben. Albrecht war Ministeriale des Bischofs Wolfger von Passau undnahm am Kreuzzug 1189/90 teil.
Zeigt als erster romanischen Einfluß im östlichen Kreis, wenn auch un-abhängig von Hausen; nimmt mit seiner schwermütig religiösen Art eineSonderstellung ein.
11.* H(err) Hainruh von Fluche (Heinrich von Rugge), S. 45—50.
Text in C umfangreicher, Bild weithin übereinstimmend.
Die Herren von Rugge (bei Blaubcuren) waren Ministerialen derPfalzgrafen von Tübingen; Hainrich v. R. erscheint in Urkunden zwischen1175 und 1178. Von Hausen beeinflußt, aber kein Freund vom Schmach-ten; der erste Kreuzzugsdichter.
12.* Maist(er) Hainrich v(on) Veldeg (Heinrich von Veldeke), S. 51— 59.
Text in C nur wenig erweitert, auch Bild weithin übereinstimmend.
Aus dem niederrheinischen Adelsgeschlecht von Veldeke bei Maestricht;Heinrich, wohl ein geistlicher Herr, war 1184 bei dem Hoffest von Fried-