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ihre Bedeutung noch dadurch, daß das Kloster Böddekenim 15. Jahrhundert eine hervorragende Rolle gespielt hat,die es zu einem der bekanntesten Klöster Westfalens ge-macht hat. Auf dem Gebiete der klösterlichen Reform-bestrebungen dieser Zeit hat es unter den deutschemKlöstern einschneidend gewirkt: was die Abtei Bursfeldefür die deutschen Benediktinerklöster bedeutete, das warBöddeken für die Augustinerchorherrenklöster Deutsch-lands. Über diese seine Tätigkeit, die sich nicht nur aufdie benachbarten Gegenden, sondern im Norden bis nachHolstein, im Süden bis nach dem Elsaß hin erstreckte, er-halten wir in unserer Handschrift sehr wertvolle Mittei-lungen, die unsere bisherige Kenntnis, die sich in der Haupt-sache auf die kurzen Angaben des Augustiners JohannesBusch stützte, in willkommener Weise erweitern.
Neben dieser Wirksamkeit Böddekens als eines Mit-telpunktes klösterlicher Reform treten dann auch die innerenVerhältnisse Böddekens in helleres Licht, als es die bislangbekannten Urkunden und erzählenden Quellen zu geben ver-mochten. Wir hören von der Aufnahme neuer Klostermit-glieder, von dem Leben und Treiben in dem Kloster, vonder Sorge um den Wirtschaftsbetrieb, von der Erweiterungder Klostergebäude, von Zwistigkeiten mit den benach-barten Adeligen, auch von Unstimmigkeiten innerhalb derKlostergemeinde, kurz eine wichtige, reichfließende Quelleerschließt sich uns, deren Versiegen nach so kurzer Zeit— die Handschrift umfaßt nur einen Zeitraum von etwadrei Jahrzehnten — man nur bedauern muß. 1 ) —
Über die näheren Umstände, unter denen in den Win-desheimer Klöstern Kapitelsversammlungen stattfanden,hat Acquoy I S. 132 auf Grund der Constitutiones von 1502
*) Es ist anzunehmen, daß es auch für die spätere Zeit, seit2457 ähnliche, jetzt verlorene Aufzeichnungen über die Kapitels-verhandlungen gegeben hat. Aus dem 17. Jahrhundert hat sichdann der Liber annalium accidentium canonicae Bödecensis 1672bis 1691 erhalten, über den man vergleiche Inventare der nicht-staatl. Archive Westfalens, Kreis Büren S. 180.