Druckschrift 
2 (1825)
Seite
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Schwester Sybilla und des Marquis von Momverrat. So gieng denn die Krone auf das Haupteines fünfjährigen Kindes über. Lussignan warfeige genug, die Schande nicht zu fühlen; (ein Be-weis, daß er sie verdiente) und da das Reich wedervon einem blinden Könige, noch von einem fünfjähri-gen Kinde regiert werden konnte, so kam der Scep-ter in die Hände des unglücklichen, abscheulichen Rei-munds, Grafen von Tripoli, welcher schon langezuvor nach der Krone von Jerusalem trachtete, ohneein anderes Recht zu haben, als seinen gränzenlosenEhrgeiz, noch andere Verdienste, als seine ungeheuerenVerbrechen.

Der König starb vor Schwäche und Kummer,und sieben Monate nachher starb auch Balduin V.,denn Lussignan hatte entweder seine feigen Händein das Blut des Unschuldigen getaucht, oder seineeigens Mutter hatte ihn, um den Sccpter zu erben,vergiftet. Am Tage seines Todes glühte das Gesichtder Mutter vor Freude, weil sie sich in der Kirchedes heiligen Grabes zur Königinn von Jerusalem er-hoben, und ihren Gemahl Gido auf den Thron ge-setzt sah.

Dies war ein Tag der Bestürzung für alle Latei-ner; so daß sein eigener Bruder, Gottfried vonLussignan, sagte: diejenigen, welche meinen Bruderzum Könige machten, würden mich zu einem Gottegemacht haben, wenn sie mich gekannt hätten; so be-