Eilfteö Buch
An dieser Betrübniß hob Miseno die Augen unddie Hände zum Himmel empor, faßte einen hohenMuth und sprach: Ewige Vernunft, die du uns allenden Verstand mittheiltest, welcher von dir ausgeht; wennich dich aufrichtig suche, so verbirgst du dich nicht,daß ich dir folgen kann. Der Arm des Geschöpfesist schwach, wenn deine mächtige Hand ihn nicht un-terstützt; ich fühle in mir eine außerordentliche Kraft,die mich quält, mich verwirrt, irre leitet; aber du,die du mich immer erleuchtet hast, wenn ich dich auchnicht anrief, kannst mich nicht verlassen, wenn ich dichsuche in meiner Noth!
Kaum hatte er dieses gesagt, so fiel er zur Erdenieder, denn sein Herz konnte der Gewalt in diesemKampfe nicht widerstehen, und er blieb einige Zeitwie todt liegen; dann erholte er sich, und war ganzverändert. Friede und Ruhe kehrten zu ihrer gewöhn-lichen Wohnung zurück, und das Herz zu seiner fried-lichen Stimmung. Er will dem Schöpfer für den