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Reimund, Graf von Tripoli, konnte darGlück Lussignans nicht leiden, denn Neid, Wuth,Bosheit und Ränke kochten in seinem Herzen. Erreitzte im geheimen den Saladin an, den Waffen«stillstand zu brechen, obgleich er ihn auf zehn Jahregeschworen hatte. Das Völkerrecht, das Kaiserwort,die Unschuld der Unterthanen, welche seiner Wuth undseiner List aufgcopfert werden sollten, nichts hieltihn zurück, weil diese Verbrechen ihm Vorthcil ver«sprachen. Saladin hörte auf die Rathschlage undVersprechungendes Grafen von Tripoli, und fielplötzlich mit seiner Macht über Palästina her. DerKönig von Jerusalem war unvorbereitet, aussätzigund ganz blind, und überließ dem Gido Lussignan,seinem Schwager, das Commando seiner Truppen.Aber für diesen zarten Fürsten war der Schild, zuschwer, und der Helm drückte seine schwache, zarteStirn; die an den Müßiggang gewohnten Händekonnten keine Lanze führen, und in diesen Umständenwußte er das Glück des Sieges nicht zu benutzen,welchen die Lateinischen Waffen aus mehr als bloßerGewohnheit errungen hatten. Saladin zog sich be-siegt, aber ohne Verlust zurück, Lussignan war sieg-reich, aber ohne Ruhm. Alle waren aufgebracht überdie unwürdige Weichlichkeit des weibischen Generals.Als dieß der König erfuhr, entsetzte er ihn mitSchande der Regierung, und ernannte zum Erben derKrone, seinen Vetter Balduin V., den Sohn seiner