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Prussia scholastica: Die Ost- und Westpreussen auf den mittelalterlichen Universitäten
Entstehung
Seite
XXVII
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Einleitung.

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Besuch hängt wohl mit Kölns merkantiler Stellung zusammen. AlsHaupthandelsstadt von Westdeutschland, als Yorort der Hanse in diesenGegenden war es den Bewohnern der preussischen Hansestädte, vorallen den Bürgern von Danzig, Königsberg und Thorn kein fremderBoden. In der Kölner Matrikel ist erfreulicher Weise bei jedem In-scribierten bemerkt, welcher Fakultät er bei trat: bis auf vier sindsämmtliche Preussen Artisten, nur drei Juristen und einer Theologe.Die Dekanatsbücher liegen für Köln leider nicht vor.

Nur die Hälfte der in Köln nachweisbaren Preussen, 78, findetsich in Erfurt, das 1392 gestiftet wurde. Nur in den Jahren 1409und 1411, nach dem Fortgang der Deutschen aus Prag, ist der preussischeZuzug etwas stärker, später wird er von Leipzig absorbiert. Promovierthaben in Erfurt von 1398 bis 1521 nur 15 Preussen. 1 )

Nächst Leipzig ist für Preussen die wichtigste Universität Krakau.Freilich sind aus der ersten Periode, von 1365—1400, keine Studenten-verzeichnisse erhalten, die Matrikel beginnt erst mit der Reorganisation.Von 1400 bis 1524 sind in ihr 962 Studenten aus Preussen eingetragen,von denen 190 einen akademischen Grad in der Artistenfakultät er-würben. In den akademischen Lehrkörper gelangten jedoch nur sehrwenige aus dieser grossen Zahl, ich vermag nur sechs Magister ausPreussen, die zwischen 1403 und 1503 in Krakau gelesen, nachzmveisen.Dass die Art und Weise der Eintragung in der Krakauer Matrikel, dieFortlassung des Familiennamens, bei den meisten Studenten die Identi-fizierung unmöglich macht, ist bereits oben erwähnt worden.

Wenn auch die nächste Universität, das 1419 gegründete Rostockhinter Leipzig, Krakau und Wien in seiner Bedeutung für Preussenzurücksteht, so ist es doch in dem ersten Jahrhundert seiner Existenzvon 221 Studenten aus dem Ordenslande besucht worden, von denen43 daselbst das Baccalaureat erwarben. Rostock ist für viele, dieweiter zogen, der Eingangshafen: beiden so oft unsicheren Verhältnissender Landreise und den regen Beziehungen zwischen Preussen, speziellDanzig, und Lübeck ist diese Frequenz leicht zu begreifen. Als dieStadt während der Domfehde im Hader mit ihren Landesherren lag,wurde die Universität von den Preussen vollständig gemieden, zwischendem 20. Septbr. 1483 und dem 26. August 1493 ist kein Angehörigervon Ost- oder AVestpreussen in Rostock immatrikuliert.

AA r eit geringer als in Rostock ist der Besuch der Preussen in deröstlichen Nachbaruniversität, dem 1456 gestifteten Greifswald. Von1456 bis 1525 finden sich hier nur 79 preussische Studenten, von denennur 16 promovierten. Dagegen gelangten in Greifswald mehrfach Preussen

1) Hipler, £rml. Litt. 74 zählt von 1428—1520 c.30 Graduierte aus dem Ordenslande(Preussen und Xnvland.)