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Prussia scholastica: Die Ost- und Westpreussen auf den mittelalterlichen Universitäten
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Einleitung.

nur die Graduierten verzeichnet. Yon 1367—1409 sind in derArtisten-facultät zu Prag 166 Preussen zum Baccalaureat gelangt, während inder juristischen Facultät von 1372—1413 133 Preussen immatrikuliertwurden: die Zahl der wirklich anwesenden muss sehr viel grösser ge-wesen sein. Die Preussen gehörten in Prag zur polnischen Nation undhaben kurz vor der Auswanderung von 1409 mehrfach das Rektorat derJuristenuniversität bekleidet: so 1402 Heyko von Konyad, und nochnach derselben 1410 Mathias von Trutenau, Pfarrer von Gross-Zünderim Danziger Werder, 1412 Conrad Wertheim, Domherr von Ermland. 1 2 )

Wie Prag war auch die zweite deutsche Universität, Wien, inNationen geteilt, die Preussen bildeten einen Bestandteil der sächsischenNation (nach dem Statut vom 6. Juni 1366, Aschbach, Geschichte derUniversität Wien I 22). Trotz der grossen Entfernung von Preussenwar der Besuch aus dem Ordenslande durchaus nicht unbedeutend, von1377—1525 haben über 400 preussisclie^Studenten sich in Wien imma-trikulieren lassen. In keinem Verhältniss zu dieser starken Frequenzsteht der geringe Anteil der Preussen an Lehrstühlen und akademischenGraden in Wien: wir finden von 1394—1409 nur 4 preussische Magisterund einen Rektor, Augustinus von Elbing, einen Juristen, der von1435—1481 der Hochschule an der Donau angehörte. Für die meistenPreussen scheint sie nur eine Etappe auf dem Wege nach Italien ge-wesen zu sein. Da mir Promotionslisten nicht zur Verfügung stehen,lässt sich über die Dauer des Besuches vorläufig nichts ermitteln.

Auf Wien folgt nach den Gründungsjahren, 1386, Heidelberg,wo wir von 1395 bis 1498 nur 26 Preussen finden, darunter einenProfessor der Theologie, den Königsberger Johannes Sculteti von 1474bis 1493; in seinem Hause sollten von 1488 an die in Heidelbergstudierenden Brüder aus dem Cistercienserkloster Pelplin wohnen, nach-dem die Pelpliner statt der ihnen vom Generalkapitel des Cistercienser-ordens 1417 empfohlenen Universität Krakau 1424 die Erlaubnis er-halten hatten, ihre Brüder an ein anderes Studium generale zu senden.-)Doch ist in der Folgezeit nur ein einziger Ordensbruder aus Pelplinin Heidelberg nachweisbar, 1493 im Dezember der Danziger BenedictusSculteti, vielleicht ein Verwandter des Professors. Einen akademischenGrad haben von den 26 Preussen in Heidelberg nur 4 erlangt.

Grösser war der Besuch der preussischen Studenten in der 1388gegründeten Universität Köln, wo sich von 1425—1525 über 150 Preussennachweisen lassen. Dieser für die Entfernung immerhin bedeutende

1) Ueber die preussischen Universitätslehrer in Prag Johannes Marienwerder, JacobTromiten von Bartenstein und Laurentius Reinkonis von Heilsberg s. Hipler, Ermländ. Litt.*Gesch. S. 72. Ueber den Besuch von Prag überhaupt s. Burdach im Centralblatt fürBibliothekswesen YHI (1891) S. 151 ff.

2) Vgl. Janota, Diplom. Clarae Tumbae S. 108—104. "Winter, die Cistercienser III102. Hipler, Erml. Litt. Gesch. 79 n. 179.