Ferrera-Thal. 531
Steinflechten überzogen, hie und da von ansehnlichenTannen beschattet, nichts als das Getöse des Avcrscr-Baclis vernehmend, welcher zwischen den Felstrümmernbald tobend herabstürzt , an zwey Stellen prächtigeFälle bildet und seinen weifsen Wasserstaub über dieschwarzen Tannen emporschlcudert, bald gleich einemSee ruhig gleitet wie in der Ebne Plan di Chiavrida,und von seiner Wuth ausruhet. ln diesem i St,langen zerstörten Felsengewirr wird der Wandrer un-aufhörlich mit den ernstesten Bildern und Gedankenunterhalten, welche hinter Canancul von den lachendenAlpenfluren des stillen waldlosen Averserthales in reineHeiterkeit aufgelöst werden. Das Ferrera- und Aver-ser - Thal sind sehr abgesondert. Nur die Männer be-suchen in Geschäften die naben Thäler, Schams, Rfiein-vrald und St. Jacob; Weiber und Kinder kommen nieaus dem Thale und sehen keine andere Menschen alsihre Nachbarn und höchstselten einen Durchreisenden.Im Averserthal dauert der Winter 8 Monat, und liegtüber der Linie des Holzwuchses. Die Majen oder Som-mersitze der Cananculer sind St, ostwärts und heis-sen Sterlera; die Häuser sind von Strickwerk gebaut.—Die Forellen in Ferrera sind vortreflicb ; sie habenschwarze Flecke und rothes Fleisch. Die Bewohnervom Ferrerathal sprechen romanisch , die vom Aver-serthal deutsch.
4 Pflanzen.
Polemonium coeruleum, auf den Wiesen bey Canancul.
Geognost. Beschaffenheit. Diese beyden