Druckschrift 
2 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 1 (1809) A - F
Entstehung
Seite
174
Einzelbild herunterladen
 

174 B agnes-Thal.

O. und S. von den ungeheuren CÄermo/zfa/z-Gletscherngeschlossen. Da keine Strafse hindurch führt, so istes wenig besucht und fast unbekannt. Dieses verborgneThal öffnet sich bey St. Branchier im Anlremont- Thal.Von hier führt der Weg dahin durch einen mehrereStunden langen nur 24 Schritte breiten Schlund, denfast ganz die Dranse einnimmt. Das Doif Bagnes ,wovon das Thal den Namen führt, wurde im J. 1545.mit 140 Personen durch eine Wasserfluth zerstört. Dasganze Thal kam im XI. Jahrhundert an den Abt vonSt. Maurice , der es von Savoyen kaufte. Der Weg zuden grofsen Gletschern geht durch Luttier an derDranse fort, über die Brücke Malvoisin , durch einenWiesengrund, eine nackte Wüste, Plan du Rain ge-nannt, wo sich am Berge Pleureuse zwey Wasserfällezeigen; dann über die Brücke Lencet zu einzelnen Hüt-ten auf der Alp Chermontane oder Chanrion , 8 Stun-den. In diesen Sennhütten bleibt man die Nacht. Vonhier sieht man einen prächtigen Gletscher, dessen Ab-flufs einen kleinen See bildet. Den folgenden Morgenerreicht man in 2-3 St. den 8 10 St. langen Cher-montan - oder Bagnes - Gletscher, aus welchem dieDranse entspringt. Der Gletscher zieht sich südwärtsnach dem Comhin, der 13,252 F. übers Meer hoch ist.Gleich neben dem Comhin, etwas westlicher, sieht mandes grossen Bernhards höchste Spitze , den yelan10,327 F. übers Meer. Bey diesem Gletscher öffnetsich ins Valpelin -Thal in Piemont ein Pafs, der abernur vierzehn Tage im Jahre gangbar ist; gefährlich,