Morbegno, der gröfste und schönste Flechen imValtelin, an der Adda und dem Bilto und am Fufsedes Monte Legnone, von welchem die südliche Berg-,kette des Valtelins ausgeht (s, Valtelin ). — Vortref-liches Wirtlishaus in der Post. War ehedem wegenungesunder Luft in so üblem Ruf, dafs man selbst denNamen davon ableitet. Die Einwohner haben die nied-rigen Gegenden verlassen, höher am Gebirge gebaut,und die ehmaligen Sümpfe ahgegraben. — Hier eineim grofsen und guten Geschmack gebaute Kirche; meh-rere Klöster, ein Chorherren-Stift. Viele Seidenmühlen;denn die befste Seide des Valtelins wird auf beydenSeiten von Morbegno bis Talamona und Delebio ge-zogen. Auf dem Gipfel des Legnone, der 8436 Fufsübers Meer nach Pini ist, geniefst man eine prächtigeAussicht auf die unermefsliche Ebne der Lombardey ,nach Mailand, über den Corner- und Lnganer- See,über das Ve/tliner-Tial und nach der Bernina- Kette;auf diesem Gipfel lag bis 1796. der Grenzstein zwischenMailand und Graubiindten. Der Felsengrat des Leg-none zieht längs einem Berg-See und den obersten Ge-birgen des Valle Sassina (wohin man durch den PafsPortello gelangen kann ) nach O. und stöfst an einenandern Bergstock, Pizzo delli tre Signori genannt,weil auf demselben das Gebiet der Republiken Grau-biindten , Venedig und des mailändischen Staats zu-sammenstiefsen. Dort vertieft sich dieser Felsengrat ge-gen das Val di Bitto beträchtlich, welches sich nahebey Morbegno öfnet.
Druckschrift
3 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 2 (1810) G - O
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