Konstanz. 247
Versammlung drohte mit dein Bann im Fall des Unge-horsams. Nachdem die Eidgenossen deswegen 4 Tag-satzungen gehalten und das Verlangen, des fünfzigjäh-rigen Friedens mit Oesterreich wegen, abgeschlagenhatten, mufsten sie endlich Folge leisten und Krieg ge-gen den Herzog Friedrich anfangen. Von dieser Zeitan wurde das Gebieth des K. Berns durch rtarganvergröl’sert, und die Grafschatt Baden u. s. w. erobert.In kurzer Zeit war Herzog Friedrich aller seiner Län-der beraubt. Freywillig begab er sich nach Konstanz ,erschien knieend (im Speisesaal des Baarfüfser - Klo-sters) vor dem König Sigmund , ergab sich ihm aufGewalt und Gnade, leistete den Eid des Gehorsams,und erhielt hierauf seine Herrschaften vom Tyrol bisin dem j Elsajs zurück. Sigmund sprach zu den Um-stellenden : „Ihr Herren von Italien, ihr wisset, von
„welchem Namen und Ansehn die Fürsten von Ocster-„ reich sind. I.crnet, was ein König der Deutschen ver-„mag”. Diese Kirchen - Versammlung zeigte auch derWelt die thörigte und empörende Anmassung , ihreGewalt über das innerste Eigenthum ihrer Mitmenschen,über ihre Meinungen und Ueberzeugungen, auszudeh-nen. Sie forderte nämlich die berühmten Lehrer, Jo-hann Hufs und Hieronimus von Prag vor ihre Schran-ken, verurtheilte sie als Ketzer zum Tode; und diesebeyden heldenmüthigen Freunde der Wahrheit wurden,ohngeachtet des vom Kaiser Sigismund ihnen ertheilteasichern Geleites, lebendig verbrannt. Uebcr den aufser—ordentlich bewundernswürdigen Charakter des llieioni-