1$2 Graubundten.
Rhätiens blieb nmer 6 Vorstehern und 4 Bischöfen ausdiesem Hause (unter denen Paschalis zugleich Bischofvon Chur und Gemahl der Gräfin Aesopia aus demSchlosse Realta war) bis zum Bischof Tello, dem letztendieses Stammes im J. 734. Er stiftete die Kirche audem Hofe zu Chur und schenkte Land und Leute andas Stift Chur und ans Kloster Disentis; (in der KircheSt. Luciensteig bey Chur ist der Grabstein Victor I.mit einer Inschrift zu sehen). Karl der Grofse gabhierauf dem Bischof Constantiu's das höchste Ansehn inRhätien. Die Central-Regierung bestand, bis das Landim Anfang des X. Jahrhunderts an das deutsche Reichgelangte. Von nun ah verbreitete sich der von Gothenund Franhen eingeführte Lehnadel durch alle Thälerüber alle Maafsen, und während V. Jahrhunderten zeigteRhätien das jämmerliche Schauspiel der Dienstbarkeitunter dem harten Eigennutz einer Anzahl Freyherren,Grafen und Geistlichen Herren, welche ihre Unterthanenbald den Fahnen der deutschen Kaiser, bald denen derPä'bste zuführten, um Vergünstigungen zu erschmeicheln,aber nach dem Sturz des Hohenstaufischen Kaiserhau-ses (gegen Ende des XIII. Jahrhunderts) selbst übereinander mit der Gier des Raubthiers herfielen, und jedersich zu vergröfsern und sich unabhängig zu machensuchte. Die endlosen Fehden der geistlichen und welt-lichen Herren und der Druck so vieler kleinen Tyrannenerregte endlich das Volk zur Selbstthätigkeit und zurVertheidigung seiner Person und seines Eigenthtfflis ge-gen jede Gewalt, wozu allerdings das Vorbild der Eid-