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3 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 2 (1810) G - O
Entstehung
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Gletscher. 115

dasselbe zurückweicht, wenn der Gletscher von obenherab nicht um eben so weit vorrückt, als das Endean Masse verlor. Eben so nehmen sie auch in andernJahren wieder zu, oder drängen sich tiefer im Thaleüber Wiesen und fruchtbare Hügel fort. Doch findetdabey keine Regelmäfsigkeit statt; denn es hängt vonlangen, schneereichen oder milden Wintern, und vonlangen und heifsen oder gemäfsigten Sommern ab.Wenn die Gletscher wachsen, so geschieht diefs ge-wöhnlich im Frühling; sind sie ein Jahr ungewöhnlich weitin dem Thal vorgerückt, so nehmen sie gemeiniglichdie folgenden Jahre ab; es scheint, dafs sie zu weitfortgeschoben sind, und dafs es einige Jahre erfordere,ehe in den obersten Felsenthälern durch neu erzeugteEismassen ein solcher Druck entstanden ist, dafs ernach unten wirken kann.

Beschaffenheit der Oberfläche. Die Ober-fläche und Gestalt der Gletscher wird von der Flächebestimmt, auf welcher sie liegen. In ganz ebnen odernur wenig abhängigen Thälern sind die Gletscher gleich-falls eben und fast ohne Spalten; wo der Abhang stär-ker und die Bodenfläche unebner ist, zeigen sie dasAnsehen von 50-100 F. hohen Meereswogen vollerSpalten. Wird der Abhang über 50-40 Grad, so wer-den die Eisbänke gesprengt, verschoben, übereinandergedrängt, und erscheinen in den sonderbarsten und man-nigfaltigsten Gestalten. Die Oberfläche der Gletscher istmehr oder weniger von Spalten durchrissen, die oft