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Notiiwendige Regeln für Bergreisende. 63
Brandtwein ; nichts hebt die Müdigkeit so schnell, undnichts stärkt die Füfse so sehr, als dies.
14 ) Man Versorge sich beym Aufbruch auf die Ge-birge jeden Morgen mit Brod, Käse, oder Wurst, undmit einer mit Stroh beflochtnen Flasche Kirschwasser.Das stärkste eingenommene Frühstück ist bey fortge-setzter Bewegung in der Bergluft in wenigen Stundenverdauet, und der Hunger wird quälend; da man in denFelsengegenden bisweilen 4 — 7 Stunden, ohne ein Hauszu treffen , wandern kann , so wird Mundvorratli sein;nothwendig, wenn man vor Erschöpfung nicht hinsinkenwill. Kirschwasser, mit reinem Wasser oder mit Milchvermischt, stellt die verlornen Kräfte schnell wieder her,und kühlt angenehm und gefahrlos.
15) Zur Löschung des heftigen Durstes bey heissemWetter in den tiefem Gegenden dient am befsten MilchUnd Wasser, oder Wein und Wasser, oder eine Schach-tel Limonadenpulver, oder Weinsteiiikrystallen, womitman bey jedem Brunnen in einem bey sich führendenhölzernen Becher einen kühlenden Trank verfertigenkann.
16 ) Man nehme sich in Acht, von den kaltenQuellen und dem Gletscherwasser gierig bey Erhitzungzu trinken ; es erregt manchen Personen sehr beschwer-
*) Vor wenigen Jahren bestieg der Pater Floridus aus demKloster Engelbcrg am Morgen eines schwülen Sommerta-ges eine Alp. Als er wieder zurückhehren wollte , trater an ein Bächlein, um sich zn kühlen. Kaum hatte ermit dem kalten Bergwasser Stirn und Hände gewaschen,so fiel er vom Schlage gerührt plötzlich todt zur Erde.
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