Druckschrift 
1 (1809)
Entstehung
Seite
61
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Nothwendice Regel» für Bergreisende. 6i

Denn ist der Weg sclimal, so kann sich der Blick aufden Ort, wo der Fuls hingestellt werden soll, nichtrichten, ohne zugleich den Abgrund zu sehen ; dieserAnblick erregt Schwindel, und kann, wenn er sich un-vermuthet darbietet, die Ursache eines Unglücks werden.

9) Man lasse sich nicht durch das mögliche undbisweilen gefahrlos scheinende Erklimmen eines Felsensverführen , sondern man denke zuvor an die Nothwen-digkeit des Herabsteigens ; man wende sich uin, undbetrachte die Abgründe, über welche der Körper beymHeruntersteigen unaufhörlich schwebt.

10) Man lasse sich in den Hochgebirgen durch einennahe scheinenden Punkt nicht verleiten , von seinemHauptwege einen Absprung dahin zu machen; was nureine Viertelstunde entfernt scheint, ist oft 2 3 Stun-den weit. In den Gebirgen mufs das Auge ein neuesEntfernungsmaafs lernen.

11 j Wer auf Gletschern und Eisfeldern viel herumwandern will, mufs vom nächsten Ort mehrere Führermit Stricken, Stangen oder I.eitern mitnehmen, um jederGefahr auszuweichen. Man folge seinen Führern; manwage sich nicht dahin, wo sie es mifsrathen, und manlasse sie immer vorangehen. Wer dies beobachtet, wirdnie ein Unglück haben.

Man gehe nie über Gletscher, wenn frischer Schneegefallen ist, welches selbst in Sommermonaten bisweilengeschieht. Man gehe in diesem Fall nie während den Stun-den der Mittagshitze, wo der Schnee erweicht wird, undder Fufsgänger sehr leicht durchbricht und in Spalten fällt.