Druckschrift 
1 (1809)
Entstehung
Seite
47
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Wie viel Zeit zu der Reise erfodert wird. 47

tie sich wieder über die Gipfel der Felsen erheben. Wer alsonur einen einzigen Sommer in der Schweitz zubringt, und *so viel als möglich von den verschiednen Gegenden dersel-ben sehen will, dem wird es melpr als einmal begegnen, dafser Berggegenden durchreist, ohne ein wahres Bild davonin seiner Einbildungskraft mitzunehmen; dafs er manchenBerg nicht besteigt, weil die Mühe vergebens wäre, unddafs er manchen grofsen, herrlichen Anblick , mancheausserordentliche Ansicht nicht geniefsen kann; glücklichmufs er sich preisen, wenn ihm dies nicht bey einigender merkwürdigsten Theile wiederfährt. Will man dieNatur der Schweitz in allen Gegenden recht kennenlernen, und all« ihre Schönheiten geniefsen , so müfsteman sich nicht vorsetzen, diese oder jene Wanderungin einer bestimmten Zeit zu vollenden , sondern nur dieReise fortsetzen, so lange das Wetter heiter und schönist, und , wann Regen einfällt, Halt machen und war-ten , bis sich alle Gebirge wieder rein nnd unbedecktdem Auge darstellen. Wer auf diese Art reiste, würdefreylich zwey Sommer brauchen, um die ganze Schweitzzu sehen.

Wer sich begnügt, nur die allermerkwürdigsten Ge-genden zu durchreisen, der kann, sich in den verschied-nen Städten aufhalten, dort das günstige Wetter abwar-ten, und dann sehr gemächlich in einem Sommer seinenZweck erreichen.

Wer aber dicht blofs die Merkwürdigkeiten der Na-tur , sondern auch diejenigen, welche die Einwohnerdarbieten, mit jenen wenigstens für gleich wichtig hält;