44 VIII. Abschnitt.
wirklich keine bekannt, die ein Geschäft daraus machten,Fremden als Führer und Träger zu dienen. In derdeutschen Schweitz hingegen giebt es solche in Thun ,Unterseen , Altor J\ Bern , Luzern. Herr Werre zuThun spricht französisch und englisch, und läfst sichtäglich einen grofsen Thaler nebst freyer Zehrung be-zahlen ; er trägt aber nichts , sondern macht nur denDollmctscher. Die drey Brüder Jakob Michel zu Un-terseen , im Kanton Bern , sprechen französisch und sindgute Führer bey Alpenreisen. Die befsten , welche Ichfür Fufsreisende kenne, sind Pfister , Egli Vater undSohn, und Salomon Hof mann zu Zürich, Lohnbe-diente in dem Wirthshause zum Schwert. Der ersterehat alle Theile der Schweitz mehrmale durchreist. Pfisterwar beständig mein Bedienter und Begleiter auf allenmeinen Reisen; ich bin immer so sehr mit ihm zufriedengewesen, dafs ich ihn aufs befste empfehlen mufs. Erist unverdrossen, nie mürrisch selbst bey angreifendenTagreisen, zur bestimmten Stunde immer bereit, seinemHerrn sehr zugethan , ausserordentlich treu, und beyaller Gelegenheit auf die Ersparung in den Ausgabenbedacht, so dafs man ihm die Besorgung und Bezahlungvon allem überlassen kann ; er rasiert und frisirt, sprichtfranzösisch und italienisch. Die drey andern Führersind verständige und gesittete Leute, welche bereits vonmehrern angesehnen Reisenden die befsten Zeugnisse ih-res Fleisses und ihrer Treue erhalten haben. Da essich bisweilen fügt, dafs diese Führer von den erstenim Frühjahr angekommenen Fremden auf Reisen mitge-